Mann aus dem Landkreis Altötting verurteilt
Anstiftung zu Kindesmissbrauch: Fünfeinhalb Jahre Haft

(Foto: Uwe Lein/dpa)
Vermischtes
Bayern
10.04.2018
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Ein Mann aus Bayern soll via Internet mit einer Mutter auf den Philippinen gechattet und dabei Anweisungen für den Missbrauch ihrer kleinen Kinder gegeben haben. Schon früher war er einschlägig straffällig geworden. Nun muss er mehr als fünf Jahre hinter Gitter.

Das Landgericht Traunstein hat einen Mann wegen Anstiftung zum Missbrauch von philippinischen Kindern via Internet zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Der 48-Jährige aus dem Landkreis Altötting hatte über mehr als zwei Jahre von zuhause aus mit einer Philippinin gechattet und dabei Anweisungen für den Missbrauch ihrer kleinen Kinder gegeben. Das Gericht sprach ihn auch wegen Besitzes kinderpornografischer Bilder und Videos schuldig, die Ermittler auf seinem Rechner entdeckt hatten.

Der einschlägig vorbestrafte Mann habe eine gewisse Uneinsichtigkeit an den Tag gelegt, sagte Richter Jürgen Zenkel. Allerdings habe ihm das Internet die Taten erleichtert. Er habe die «Leistung direkt ins Haus» bekommen. Und: «Das Entdeckungsrisiko ist auch nicht hoch.» Die ersten Taten hatte der Mann innerhalb von fünf Jahren nach einer einschlägigen Bestrafung verübt. Sie seien als Anstiftung zum schwerem sexuellen Missbrauch zu werten.

10.000 Euro gezahlt

Die Kinder mussten den Ermittlungen zufolge vor der Webcam posieren und sexuelle Praktiken nach den Wünschen des Angeklagten ausführen. Er soll für die Dienste über die Jahre mehr als 3000 Euro an die Mutter gesandt haben. Insgesamt aber hatte er, wie im Prozess zur Sprache kam, gut 10.000 Euro an die Frau gezahlt. Nach seiner Aussage war das Geld unter anderem für schulische Kosten der Kinder.

Staatsanwältin Veronika Ritz hatte sechseinhalb Jahre Haft verlangt. Der Fall wiege schwerer als nur der Besitz kinderpornografischer Bilder und Videos. Zugunsten des Mannes spreche aber sein Geständnis. Verteidiger Axel Reiter hatte eine Strafe von vier Jahren und acht Monaten für ausreichend gehalten. Sein Mandant habe Einsicht und Reue gezeigt. Haupttäterin sei zudem die Mutter.

Kinder zwischen vier und acht Jahre

Ob eine der beiden Seiten Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird, war zunächst offen. Reiter ging jedoch eher nicht davon aus, dass er das Urteil anfechten wird.

Zu Beginn der virtuellen Treffen waren die drei Kinder - zwei Mädchen und ein Bub - vier bis acht Jahre alt. Die Kleinste sei aber nicht involviert gewesen, sagte der Mann zu Beginn des Prozesses. Auch seien die von ihm gewünschten Handlungen nur angedeutet gewesen. Er hatte die Vorwürfe zum Auftakt des Prozesses eingeräumt und sich entschuldigt.
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