Nabu und LBV rufen am Wochenende zur Vogelzählung auf
"Stunde der Wintervögel" bricht an

Nordische Gäste, wie die Seidenschwänze, kündigen sich noch nicht an. Vielleicht ist es zur Vogelzählung am Wochenende ja soweit. Bild: C. Moning
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Bayern
04.01.2017
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2016 beteiligten sich 27.000 Menschen an der Mitmachaktion und meldeten mehr als 700.000 Vögel. Bild: Bria

Ab kommenden Freitag ruft der Landesbund für Vogelschutz (LBV) zusammen mit seinem bundesweiten Partner Naturschutzbund Deutschland (Nabu) zur „Stunde der Wintervögel“ auf. Die Naturschützer sind gespannt, ob sich die vermehrten Beobachtungen aus der Bevölkerung bestätigen, nach denen sich derzeit weniger Singvögel in Bayerns Gärten tummeln.

Indem Naturfreunde zwischen dem 6. und 8. Januar einfach eine Stunde lang die Vögel vor ihrem Fenster zählen und dem LBV melden, erheben sie wichtige Daten zur Verbreitung der häufigen heimischen Vogelarten. „Jetzt, wo der Winter Ernst macht und die Vögel weniger Futter in der freien Natur finden, müssten sie eigentlich zurück in die Gärten kommen“, erklärt Martina Gehret, LBV-Beauftragte. „Gerade wer mehrere unterschiedliche Futterstellen anbietet, könnte nun plötzlich viel mehr gefiederten Besuch bekommen.“

Der aktuelle Kälteeinbruch, der noch bis Sonntag anhalten soll, hat unterschiedliche Auswirkungen auf die heimische Vogelwelt. Bekannte Zugvögel, die normalerweise im Mittelmeerraum überwintern, sich bisher aber den Flug in den Süden gespart hatten, müssen jetzt kurzfristig reagieren. „Viele Stare, aber auch Hausrotschwanz und Zilpzalp hat es in den letzten Tagen kalt erwischt“, erklärt Martina Gehret. Diese Vogelarten fliegen nun entweder spontan Richtung Süden oder können vermehrt bei der Nahrungssuche im Garten beobachtet werden. „Eine aussagekräftige Antwort, ob es momentan mehr Daheimbleiber in Bayern gibt, kann aber nur durch die Mithilfe möglichst vieler Teilnehmer geklärt werden“, so Gehret weiter.

Weniger Vögel


Die heimischen Vögel wiederum müssten aufgrund der geschlossenen Schneedecke vermehrt im Siedlungsbereich nach Futter suchen. „Wir sind gespannt, ob die Vögel nun wieder an die Futterstellen in die Gärten zurückkehren oder auch weiterhin ausbleiben“, erklärt Martina Gehret. Die Hinweise zahlreicher Vogelfreunde, dass zuletzt ungewöhnlich wenige Vögel zu beobachten waren, hatten den LBV aufhorchen lassen. „Deshalb ist es besonders wichtig, dass Naturfreunde trotzdem mitmachen, auch wenn sie nur wenige Flugkünstler sehen“, erklärt Gehret. Möglicherweise kann Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion Aufschluss über die Hintergründe des Ausbleibens geben.

Nach einem Einflug besonderer nordischer Gäste sieht es derzeit nicht aus. „Noch kündigen sich nicht wie im Vorjahr Erlenzeisige oder wie im Winter 2013 Seidenschwänze an, aber die Natur ist ja zum Glück unberechenbar“, weiß Martina Gehret. Da bei der gemeinsamen Aktion von LBV undNabuviele Menschen gemeinsam große Datenmengen sammeln, liefert die Langzeitstudie den Naturschützern eine Fülle wertvoller Informationen über die Entwicklung der heimischen Vogelwelt. Um die Zahlen mit den Ergebnissen der vergangenen Jahre abgleichen zu können, hofft der LBV, die Rekordbeteiligung aus dem Vorjahr erneut übertreffen zu können. „Denn je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller werden die Ergebnisse“, so Gehret.

Mehr als 700.000 Vögel im Jahr 2016


Besondere Kenntnisse sind für die Wintervogelzählung nicht nötig. So beteiligten sich im Januar 2016 allein in Bayern knapp 27.000 Menschen und meldeten mehr als 700.000 Vögel in über 18.000 Gärten, ein neuer Rekord. Die Kohlmeise ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Bayern, der Feldsperling kam auf Rang zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Haussperling, Amsel und Blaumeise.

Und so wird gezähltVon einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können im Internet bis zum 16. Januar gemeldet werden, die Ergebnisse werden dort ausgewertet. Auch per Post (Einsendeschluss ist der 16. Januar 2017) und Telefon (kostenlose Rufnummer am 7. und 8. Januar von 10 bis 18 Uhr: 0800-115-7-115) ist die Meldung möglich.
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