19.07.2017 - 17:19 Uhr
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Tipps und Infos vom Zollamt München Was man aus dem Urlaub mit nach Hause nehmen darf - und was nicht

Die Sommerferien und damit auch die Hauptreisezeit stehen kurz bevor. Doch welche Andenken und Mitbringsel darf ich aus meinem Urlaub mitnehmen? Das Hauptzollamt München hat dazu am Mittwoch wichtige Infos und Tipps herausgegeben.

Wer aus dem Urlaub Gegenstände, Lebensmittel oder Bargeld mit nach Hause nehmen will, sollte gut informiert sein, was erlaubt ist und wo die Höchstgrenzen pro Person liegen.
von Redaktion OnetzProfil

Gerhard Rittenauer, Leiter des Hauptzollamts München, rät: "Wir haben Schmuggler im Visier - auch im Reiseverkehr. Unwissenheit schützt leider nicht vor Strafe. Damit Ihr Urlaub erholsam und ohne Ärger mit dem Zoll zu Ende geht, sollten Sie sich schon vor Urlaubsantritt über die wichtigsten Bestimmungen informieren."

Infos per Website und App

Wichtige Hinweise gibt es auf der Website www.zoll.de oder über die Smartphone-App "Zoll und Reise" des Zolls. Zur Vermeidung von Roaming-Gebühren benötigt die App keine Internetverbindung. Sie ist daher für den Urlaub im Ausland bestens geeignet.

Zigaretten, Alkohol und andere Waren

Wer aus einem Land außerhalb der EU einreist, darf Waren, die nicht für gewerbliche Zwecke vorgesehen sind, nur bis zu bestimmten Höchstmengen pro Person mitnehmen. Beispiele: Wer mindestens 17 Jahre alt ist, darf 200 Zigaretten und einen Liter Alkohol einführen. Alle anderen Waren wie zum Beispiel Schmuck und Kleidung dürfen einen Gesamtwert von 430 Euro (Einreise mit Flugzeug oder Schiff) beziehungsweise 300 Euro bei allen anderen Reisewegen wie zum Beispiel per Auto oder Bahn eingeführt werden. Bei Reisenden unter 15 Jahren gilt jeweils ein Warenwert von insgesamt 175 Euro.

Für Warenwert, der darüber hinausgeht, muss jeweils eine Abgabe (Zoll und / oder Steuern) gezahlt werden. Übersteigt etwa ein Schmuckstück diese Wertgrenzen, muss der gesamte Warenwert verzollt und versteuert werden. Hierbei ist es unerheblich, ob es sich um ein Geschenk handelt oder die Ware für den privaten Gebrauch gekauft wurde. Auch bei der Einreise von den Kanarischen Inseln sind nur Waren innerhalb der genannten Mengen- und Wertgrenzen frei von Einfuhrabgaben.

Einfuhr von Tieren und Pflanzen


Zum Schutz der bedrohten Tier- und Pflanzenwelt rät der Zoll, auf lebende Exemplare aus Fauna und Flora zu verzichten. Der Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen, Teilen davon oder Waren daraus ist untersagt oder streng reglementiert. Verstöße werden verfolgt und zudem muss man neben der Einziehung der Waren mit hohen Bußgeldern oder gar Strafen rechnen. Wer wissen möchte, welche Tiere und Gegenstände besonders geschützt sind, findet unter www.artenschutz-online.de Informationen dazu.

Nicht echt: Weder Sonnenbrille, noch T-Shirt sind tatsächlich von "Chanel". (Foto: Andreas Arnold/dpa)

Gefälschte Markenware

Bekleidung, Fanartikeln, Kosmetika, Taschen und Uhren und Ähnliches namhafter Markenhersteller werden in den Urlaubsländern häufig zu Spot-Preisen angeboten. Allerdings entpuppen sich viele solcher vermeintlichen Schnäppchen als qualitativ minderwertige Fälschungen. Diese können sogar gesundheitsgefährdend sein. So werden beispielsweise nachgeahmte Textilien nicht selten mit giftigen Farbstoffen hergestellt. Der Zoll empfiehlt deshalb, im Urlaub auf den Kauf solcher Waren zu verzichten.

Schutz von Kulturgütern

Bei Kulturgütern wird es etwas schwieriger, denn ein Urlauber kann nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennen, was als Kulturgut gilt: Gegenstände, die für die Archäologie, Geschichte, Literatur, Kunst oder Wissenschaft ein bedeutungsvolles Gut darstellen. Hierzu zählen seltene Mineralien, Antiquitäten, bedeutende Bücher, Bilder und Zeichnungen. Diese unterliegen in vielen Ländern sehr strengen Ausfuhrbeschränkungen oder -verboten. Der Zoll rät: Wer aus dem Urlaub ein besonderes Souvenir mitbringen möchte, sollte sich stets informieren, was man aus dem jeweiligen Land mitnehmen darf und was nicht oder gänzlich auf derartige Souvenirs verzichten.

Suchhunde helfen dem Zoll unter anderem beim Auffinden großer Mengen von Bargeld. (Foto: Arne Dedert/dpa)

Bargeld ein- und ausführen

Mitgeführte Barmittel ab 10.000 Euro müssen bei der Einreise in die Europäische Union oder Ausreise aus der EU eigenständig und ohne Aufforderung schriftlich beim Zoll angemeldet werden. Damit soll die Geldwäsche bekämpft und die Finanzierung terroristischer Vereinigungen verhindert werden. Für Reisen innerhalb der EU gilt eine andere Regelung: In diesen Fällen müssen beim Grenzübertritt mitgeführte Barmittel im Wert von 10.000 Euro oder mehr nur nach Aufforderung mündlich angezeigt werden.

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