19.09.2017 - 11:42 Uhr
Deutschland & Welt

Wo darf ich mit dem Rad im Wald fahren? Gericht im Dickicht der Gesetze

Das Amtsgericht Aichach hat sich am Dienstag mit dem Dickicht der Vorgaben zum Radfahren im Wald beschäftigt und ist auf viele Ungereimtheiten gestoßen.

Mit dem Mountainbike durch den Wald. Darf man das auch in privaten Wäldern? Damit befasst sich das Amtsgericht im schwäbischen Aichach derzeit.
von Agentur DPAProfil

Aichach. Ein Waldbesitzer hatte einen Mountainbiker vor dem schwäbischen Amtsgericht verklagt, weil der Radler auf einem von dem Eigentümer gesperrten Weg gefahren war. Doch Richter Axel Hellriegel machte in dem Verfahren klar, dass die Klage bisher wenig Aussicht auf Erfolg hat. Die beiden Parteien vereinbarten anschließend, dass sie versuchen wollen, in den nächsten Wochen einen Kompromiss zu suchen. Ein Urteil gibt es deswegen noch nicht.

Hintergrund des Streits ist, dass auch in Privatwäldern das Radfahren ebenso wie das Spazierengehen ein grundsätzliches Verfassungsrecht ist. Das Naturschutzgesetz konkretisiert, dass das Radfahren auf "geeigneten Wegen" erlaubt sei. Doch welche Waldwege "geeignet" sind, ist nicht genau definiert. Nach Ansicht des Waldbesitzers sind nur mit Schotter befestigte Wege geeignet. Im Fall der Klage geht es aber um eine Waldschneise, die aus Sicht des Eigentümers nur zum Befahren mit Schleppern gedacht sei.

Der Richter betonte, dass die Unterlassungsklage bislang viel zu wenig konkret sei. Die Wege, die der Radfahrer nicht mehr befahren dürfe, seien noch nicht einmal genau benannt. Der Waldbesitzer will dem Freizeitsportler nun eine genaue Karte vorlegen. Dann will der Beklagte prüfen, ob er sich verpflichten kann, die dort ausgewiesenen Wege nicht mehr zu befahren. Sollten sich die beiden Parteien nicht einigen, will das Gericht ein Urteil verkünden.

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