17.04.2018 - 21:14 Uhr
Deutschland & Welt

Anzahl der Geräte in der Oberpfalz bleibt fast gleich, der Standort nicht Geldautomaten ziehen um

Amberg/Weiden. In Deutschland geht die Zahl der Geldautomaten zurück. In der Oberpfalz verändert sie sich aber kaum. Doch die Standorte der Geräte können sich durchaus ändern. Weg vom Land und hin in die Ballungszentren, wo die Leute einkaufen.

Einige Orte haben keinen Geldautomaten mehr. Doch die Gesamtzahl hat sich kaum verändert. Bild: Tobias Kleinschmidt/dpa
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

"In der Oberpfalz liegt die Anzahl der Geldautomaten heute auf dem Niveau von 2005", sagt Jürgen Gros, Vorstandsvorsitzender und Präsident vom Genossenschaftsverband Bayern. Die Volks- und Raiffeisenbanken betreiben derzeit 364 Automaten in der Oberpfalz, und 3646 in Bayern. "Allerdings muss der Betrieb einzelner Automaten kostendeckend möglich sein. Übersteigen die Aufwände dauerhaft die Erträge kann ein Abbau eines Automaten nicht ausgeschlossen werden", erklärt Gros. Zudem könne die Standortwahl zunehmend davon bestimmt werden, wo für die Kunden Bargeldbedarf entsteht, zum Beispiel in Einkaufszentren.

"Es ist stark standortabhängig, ob sich ein Automat lohnt. Die Erhaltung oder der Abbau wird nach Kundenbedarf entschieden. Die Filialen erstellen sogenannte Kundenstromanalysen und entscheiden damit unter anderem, ob ein Gerät abgebaut wird", erklärt Sabine Gegg vom Sparkassenverband Bayern.

Zahl fast unverändert

Die Zahl der Automaten blieb in der Oberpfalz daher auch fast unverändert. So hatte die Sparkasse 2016 insgesamt 327 Geldausgabeautomaten in der Oberpfalz, Ende 2017 waren es noch 324. Auch bayernweit verschwanden lediglich 75 Sparkassen-Automaten, die Zahl verringerte sich auf 3713. In der Region veränderte sich die Menge fast gar nicht. Die Volks- und Raiffeisenbank Amberg betreibt seit fünf Jahren unverändert 22 Geräte. Die Sparkasse Oberpfalz Nord in Weiden hatte 2015 insgesamt 45 Automaten in Betrieb. Das hat sich bis 2018 nicht verändert. Die Sparkasse im Landkreis Schwandorf vermeldet für den gleichen Zeitraum einen Rückgang um neun von 55 auf 46.

Die Entscheidung über einen Abbau hat oft finanzielle Gründe. "Ein Automat kostet der Bank im Jahr etwa 20 000 Euro. Dahinter stecken Kosten, wie Versicherung, Software oder Geldtransport", erklärt Gegg. Außerdem zahlen immer mehr Menschen einfach mit Karte oder kaufen online ein. Die Lücke, die ein Geldautomat hinterlässt, wird von sogenannten Cash-Points gefüllt. Das sind Tankstellen oder Supermärkte, die Barauszahlungen bis zu einem gewissen Betrag anbieten. 2500 Cash-Points gibt es inzwischen in Bayern.

Privatbanken ziehen sich zurück

Bei den Privatbanken ist ein Rückgang von Geldausgabegeräten deutlicher zu sehen. "Es gibt einfach immer weniger Filialen. Dadurch verschwinden dann eben auch die Automaten", erklärt Silke Wolf, Geschäftsführerin des Bayerischen Bankenverbandes. Lediglich die großen Privatbanken, wie Commerzbank oder Deutsche Bank leisten sich noch mehrere Geräte und große Filialen. Aus dem ländlichen Bereich ziehen sich die Privatbanken zurück und gehen in die Ballungszentren. Aber auch bei der Sparkasse wird immer mehr in große Beratungszentren investiert.

Auch deswegen gibt es inzwischen eine Besonderheit in der Region: Die mobile Sparkasse. Sie fährt sieben Orte im Landkreis Neustadt an der Waldnaab an, die keine Filiale mehr haben. Das Fahrzeug ist für die Kunden eine "vollwertige Geschäftsstelle auf Rädern". Mit der Auslastung der mobilen Filiale zeigt sich die Sparkasse "hochzufrieden". Um den Kunden aber auch das Geldabheben zu ermöglichen, wenn die mobile Sparkasse nicht da ist, wird den Kommunen zusammengearbeitet. In Waldthurn ist im Marktladen inzwischen ein Cash-Point eingerichtet worden. Mit einer weiteren Kommune, die von der mobilen Sparkasse angefahren wird, finden derzeit Gespräche über einen Cash-Point statt.

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