11.07.2017 - 21:26 Uhr
Deutschland & Welt

Bayerische Wirtschaft feiert die Bundeskanzlerin Heimspiel für Angela Merkel

München. Für Angela Merkel ist es ein überraschend leichtes Heimspiel. Als die Kanzlerin an der Seite des Präsidenten der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (VBW), Alfred Gaffal, als Gastrednerin des 39. VBW-Wirtschaftsgesprächs die Kongresshalle auf dem Münchener Messegelände betritt, erheben sich die rund 1500 Vertreter bayerischer Firmen applaudierend. Dabei ist es nicht so lange her, dass Merkel auch aus diesen Reihen der baldige Abschied aus dem Kanzleramt gewünscht wurde - wegen der Energiewende und wegen ihrer Flüchtlingspolitik.

Der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Alfred Gaffal, überreicht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ) eine kleine Bavaria-Statue. Bild: Alexander Heinl
von Jürgen UmlauftProfil

Eine Brexit-Abstimmung und eine Trump-Wahl später schaut alles anders aus. Gaffal gibt die Tonlage vor. Die Wirtschaft laufe, das Niveau der sozialen Sicherheit sei hoch wie nie. "Insbesondere Ihr Verdienst", schwärmt er. Merkel habe das Land durch schwierige Zeiten geführt. "Deutschland kann froh sein, Sie als Kanzlerin zu haben", ruft Gaffal in den aufbrandenden Beifall.

Auf die Schmeicheleien lässt der Verbandschef ein paar Forderungen folgen. "Die neue Bundesregierung muss wieder mehr Wirtschaft wagen", appelliert er in der festen Annahme an Merkel, dass sie diese auch nach der Wahl im September anführen wird. Die "kalte Progression" in der Einkommensteuer müsse weg, der "Soli" auch. Zudem brauche es "endlich ein schlüssiges energiepolitisches Gesamtkonzept" samt niedrigerer Strompreise, das Arbeitszeitrecht müsse flexibilisiert werden. Und natürlich müssten die Sanktionen gegen Russland zwecks besserer Geschäfte aufgehoben werden.

Auch Merkel beginnt mit einem Lob, für den Unternehmergeist und die Innovationskraft der bayerischen Wirtschaft. Dann betont sie: Bei der Energiewende sei der Einstieg in die Kostenbegrenzung gelungen, jetzt gehe es an den Ausbau der Stromnetze. Bei der Arbeitszeit verweist auf die EU-Richtlinie. Innerhalb dieser könne man für mehr Flexibilität sorgen, was aber Aufgabe der Tarifpartner sie. Immerhin verspricht die CDU-Chefin "steuerliche Entlastungen in begrenztem Umfang".

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