Breitbandausbau in Bayern
Auf der langen Leitung

Wirtschaft BY
Bayern
28.02.2018
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Die Firmen in Bayern wollen flotter ins Netz. Doch noch immer ist das Internet in vielen Regionen zu langsam. Die Staatsregierung will nun die letzten weißen Flecken tilgen.

München. Viele bayerische Unternehmen sind mit der Qualität der Internetverbindungen und des Handy-Netzes im Freistaat unzufrieden. Das geht aus einer neuen Studie der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (VBW) hervor.

Demnach erwarten knapp 50 Prozent der Firmen bis 2020 einen Bandbreitenbedarf von über 50 Megabit pro Sekunde, 14 Prozent sogar von mehr als 100 Megabit. Schon heute aber ist die Hälfte der Unternehmen nicht mit der verfügbaren Bandbreite zufrieden. Erschwerend kommt hinzu, dass mehr als 40 Prozent der Unternehmen beklagen, dass die vertraglich zugesicherten Übertragungsraten in der Realität nicht erreicht werden. Großen Nachholbedarf sehen die Firmen bei hochleistungsfähigen Glasfaseranschlüssen.

Laut Studie liegt Bayern bei den schnellen Internetanschlüssen von mehr als 50 Megabit pro Sekunde in Gewerbegebieten bundesweit nur auf Platz acht. Bei 30 Megabit belegt Bayern Rang vier. Im internationalen Vergleich ist Deutschland nur Mittelmaß. In mehr als der Hälfte der bayerischen Kommunen liegt die Abdeckung mit hochleistungsfähigem Internet noch unter 20 Prozent der Haushalte.

Ähnlich ist die Lage in der Oberpfalz. Hier sind vor allem die Landkreise Schwandorf, Cham und Neumarkt betroffen, dazu einige Bereiche der Landkreise Tirschenreuth, Neustadt/WN und Amberg-Sulzbach. VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt forderte vor diesem Hintergrund vor allem eine stärkere staatliche Förderung für den Ausbau von Glasfaserleitungen. "Gerade unsere Leitunternehmen im ländlichen Raum brauchen Gigabit-Netze", sagte Brossardt.

Nicht glücklich sind Bayerns Unternehmer auch mit der Mobilfunkabdeckung im Freistaat. Hier beklagt fast die Hälfte der Firmen Funklöcher und zu langsame Verbindungen. Bei knapp 25 Prozent aller bayerischen Messpunkte für den Mobilfunk ist die Datennutzung nicht oder nur eingeschränkt möglich, bei knapp acht Prozent hakt es auch mit dem Telefonieren. Besonderen Nachholbedarf sehen die Firmen entlang der Bahnstrecken und in den Grenzregionen zu Tschechien. Die vielen Funklöcher würden das produktive mobile Arbeiten "erheblich beeinträchtigen", stellte Brossardt fest.

Heimatstaatssekretär Albert Füracker (CSU) verwies darauf, dass dank der bayerischen Breitbandförderung inzwischen zwei Drittel der Haushalte über schnelles Internet über 30 Megabit pro Sekunde verfügten. Derzeit seien bayernweit mehr als 40 000 Kilometer Glasfaser verlegt, insbesondere zur Anbindung von Gewerbegebieten. Ziel sei es nun, die "letzten weißen Flecken" im Freistaat zu erschließen. Dies gelte auch für den Mobilfunk, für dessen Ausbau die Staatsregierung ein eigenes Förderprogramm aufgelegt habe.
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