13.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Fall Kirch holt Co-Chef der Deutschen Bank ein Anklage gegen Jürgen Fitschen

Seit Juni 2012 ist Jürgen Fitschen Co-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft im Fall Kirch eine Verletzung der Aufsichtspflicht vor. Archivbild: dpa
von Agentur DPAProfil

Die Staatsanwaltschaft München hat nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" im Fall Kirch Anklage gegen Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen erhoben. Hintergrund ist der Verdacht des versuchten Prozessbetrugs. Die Staatsanwaltschaft ermittelte seit 2011 in diesem Zusammenhang gegen Fitschen sowie seine Vorgänger Rolf Breuer und Josef Ackermann. Die Ermittlungen seien nun abgeschlossen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag in München.

Ackermann, Breuer und weitere Ex-Bankmanager werden verdächtigt, in einem Zivilprozess vor Gericht falsche Angaben gemacht zu haben, um Schadenersatzzahlungen an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch zu verhindern. Die Betroffenen hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Fitschen soll fehlerhafte Angaben nicht verhindert oder korrigiert haben. Deswegen soll ihm eine Verletzung der Aufsichtspflicht angelastet werden.

Erst wenn sie den Erhalt der Anklage bestätigt haben, dürfen sich die Behörden zu den Inhalten oder den Namen der Angeklagten äußern. Ein Sprecher der Bank teilte am Dienstag mit: "Die Deutsche Bank kommentiert laufende Verfahren nicht und verweist auf frühere Äußerungen, wonach sie davon überzeugt ist, dass sich der Verdacht gegen Jürgen Fitschen als unbegründet erweisen wird." Das Verfahren ist die letzte offene Baustelle der Bank im Streit mit den Kirch-Erben. Leo Kirch und später seine Erben machten die Bank für den Zusammenbruch des Medienimperiums von Kirch im Jahr 2002 verantwortlich und überzogen das Geldhaus mit Prozessen.

Bank zahlt 925 Millionen

Vor dem Oberlandesgericht (OLG) München hatten die Erben Erfolg. Das Gericht verurteilte die Bank kurz vor Weihnachten 2012 zu Schadenersatz. Im Februar 2014 schließlich schlossen beide Seiten einen Vergleich. Gegen Zahlung von rund 925 Millionen Euro einigte sich die Bank mit den Kirch-Erben auf ein Ende der Dauerfehde. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft liefen aber weiter. Nach Eingang der Anklage muss das Landgericht München entscheiden, ob diese zugelassen wird und es zum Prozess kommt.

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