20.06.2015 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Früherer Bundesanstalt-Präsident wurde 74 Jahre alt - Arbeitsamt-Netz aufgebaut Bernhard Jagoda gestorben

Bernhard Jagoda. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Der langjährige Präsident der früheren Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, ist tot. Er sei in der Nacht zum Freitag im Alter von 74 Jahren gestorben, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. Jagoda hatte von 1993 bis 2002 an der Spitze der Arbeitsmarktbehörde gestanden, die im Zuge von Arbeitsmarktreformen in "Bundesagentur" umbenannt wurde.

Jagodas Name ist bis heute mit dem Aufbau einer funktionierenden Arbeitsverwaltung in den neuen Bundesländern verbunden. Im Zeitraffer hatte er dort ein Netz von Arbeitsämtern aufgebaut, um die nach der Wende rasch wachsende Zahl von Arbeitslosen adäquat betreuen zu können.

Rücktritt gibt Rätsel auf

Umstritten sind bis heute die Umstände von Jagodas vorzeitigem Rücktritt im Jahr 2002. Vordergründig hatte dabei die sogenannte Vermittlungsaffäre um angeblich geschönte Vermittlungsstatistiken eine Rolle gespielt. Manche Arbeitsmarktexperten sahen dagegen in Jagoda eher ein "Bauernopfer" der damaligen Bundesregierung angesichts der im Wahljahr 2002 angespannten Arbeitsmarktlage.

Jagoda wurde 1940 im oberschlesischen Kirchwalde geboren. Seine Karriere begann er im hessischen Treysa als Kommunalbeamter. Daneben machte der Christdemokrat rasch politisch Karriere, die ihn zunächst in den hessischen Landtag, später in den Bundestag führte. Von 1987 bis 1990 war er Staatssekretär beim damaligen Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU).

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