30.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Prozess gegen Ex-Vorstände der Bayern-LB geht am Montag weiter Warten auf Entscheidung

Der Prozess gegen die Ex-Führungsriege der Bayern-LB steht möglicherweise kurz vor einer Entscheidung und könnte für einige der Angeklagten bereits in der kommenden Woche vorüber sein. Denkbar sei eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage bei zumindest vier der sechs Angeklagten, hieß es am Freitag aus informierten Kreisen.

von Agentur DPAProfil

Bereits seit längerem sprechen die Beteiligten über eine mögliche Einigung, bisher gab es aber kein Ergebnis. Dem Vernehmen nach ist es möglich, dass das Gericht sich mit der Frage bereits am Montag auseinandersetzen wird. Das Verfahren startet an diesem Tag nach einer vierwöchigen Pause wieder. Die Staatsanwaltschaft wirft den Managern vor, sie hätten die österreichische Krisenbank Hypo Alpe Adria (HGAA) nach dem Motto "Augen zu und durch" gekauft: ohne die Risiken ausreichend abzusichern und viel zu teuer.

Streit der Gutachter

Der Bayern-LB sollen sie damit einen Schaden von mehr als einer halben Milliarde Euro eingebrockt haben. Die Steuerzahler kostete die Übernahme am Ende noch viel mehr, weil die HGAA die Bayern-LB in größte Not stürzte und eine staatliche Rettung nötig machte. Vier der einstigen Manager sind zudem der Bestechung angeklagt, weil sie dem verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider 2,5 Millionen Euro für das Klagenfurter Fußballstadion gezahlt haben sollen, damit er dem Verkauf der HGAA zustimmt.

Ob die HGAA tatsächlich zu teuer übernommen wurde, darüber streiten die Gelehrten. Ein Gutachter hat vor Gericht bescheinigt, dass aus seiner Sicht ein niedrigerer Preis für die HGAA als die gezahlten 1,65 Milliarden Euro angemessen gewesen wäre. In einem Gegengutachten stellte ein anderer Gutachter die Methodik dieser Expertise allerdings infrage.

Die Angeklagten fühlen sich zu Unrecht verfolgt und haben ihre Unschuld beteuert. Aus heutiger Sicht sei der Kauf der HGAA zwar ein Fehler gewesen, aus damaliger Sicht habe die Bank aber Wachstumschancen für die Bayern-LB versprochen. "Ich stehe zu dieser Entscheidung", hatte Ex-Chef Schmidt gesagt.

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