Schwierige Rahmenbedingungen für Banken
Sparkassen sparen

Ulrich Netzer. Bild: Astrid Schmidhuber/Sparkassenverband Bayern/dpa
Wirtschaft BY
Bayern
20.03.2018
19
0

Die Sparkassen in Bayern haben 2017 ihr Betriebsergebnis erstmals seit drei Jahren wieder steigern können. Optimismus macht sich aber nicht breit.

München. Das Betriebsergebnis lag vor Steuern und Bewertung bei 1,76 Milliarden Euro und damit um 1,2 Prozent höher als im Vorjahr. Die Bilanzsumme der 66 eigenständigen Sparkassen legte um 2,5 Prozent auf 203,4 Milliarden zu.

Das Wachstum der sieben Oberpfälzer Sparkassen verlief unterdurchschnittlich. Sie vergrößerten ihre Umsätze um 1,3 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro. Während die Sparkasse Oberpfalz-Nord und die Vereinigten Sparkassen Eschenbach-Neustadt-Vohenstrauß ihre Bilanzsumme bei jeweils 1,5 Milliarden Euro stabil hielten, legte die Sparkasse Schwandorf leicht auf 2,1 Milliarden Euro zu. Ein kleines Minus auf 1,9 Milliarden Euro verbuchte die Sparkasse Amberg-Sulzbach. Bayerns Sparkassen-Präsident Ulrich Netzer sprach bei der Vorlage der Zahlen in München von schwierigen Rahmenbedingungen. Das gestiegene Volumen bei den ausgegebenen Krediten sowie das Anwachsen der Spareinlagen zeige, wie groß das Vertrauen der Kunden in die Sparkassen-Organisation sei.

Wegen der niedrigen Zinsen würden viele Kunden von Spareinlagen vermehrt auf aktienbasierte Fonds-Sparpläne umsteigen. Die Zahl der Neuabschlüsse sei im Vergleich zu 2016 um 50 Prozent auf 149 000 gestiegen. Die Modelle seien auch für Kleinsparer attraktiv. Für die kommenden Jahre rechnete Netzer wieder mit einem Abschmelzen der Erträge. 2017 habe man den sinkenden Zinsüberschuss noch durch Gebührenerhöhungen, gestiegene Vermittlungsprovisionen sowie Einsparungen bei Personal und Sachaufwand mehr als kompensieren können. "Das wird so aber nicht mehr wiederholbar sein", erklärte Netzer. Auch den kommunalen Anteilseignern machte er wenig Hoffnung auf Ausschüttungen. Um die Geschäftstätigkeit für die Zukunft abzusichern, würden die Sparkassen ihre Überschüsse in erster Linie in die Stärkung des Eigenkapitals stecken.

Zur Optimierung der Vertriebsstruktur haben die Sparkassen 2017 gut 100 ihrer vormals 2450 Filialen geschlossen, die Zahl der Mitarbeiter sank um knapp 2000 auf 38 670. Beide Entwicklungen werden sich nach Einschätzung Netzers ähnlich fortsetzen. Vor allem kleine Geschäftsstellen auf dem Land könnten nicht mehr gehalten werden. Ziel sei es, Basisdienstleistungen vor allem über das Internet und per Telefon anzubieten und dafür die Beratungsqualität in den verbleibenden Filialen auszubauen, erläuterte Vizepräsident Roland Schmautz. Im Aufbau seien unter anderem mobile Bezahlsysteme über das Smartphone und Echtzeit-Überweisungen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.