Siemens rudert bei Prognose erneut zurück - Abgabe der Osram-Aktien für Juli geplant
"Der Welt fehlt ein Wachstumsmotor"

Wirtschaft BY
Bayern
03.05.2013
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Siemens muss bei seinen Jahreszielen zurückrudern. Statt der ursprünglich angepeilten 4,5 bis 5 Milliarden Euro Gewinn im fortgeführten Geschäft geht das Unternehmen nun nur noch davon aus, sich dem unteren Ende der Spanne anzunähern.

Beim Umsatz stellt sich der Konzern jetzt auf einen moderaten Rückgang ein, nachdem sich die Erlöse bisher den 78,5 Milliarden Euro aus dem Vorjahr annähern sollten. "Der Welt fehlt ein Wachstumsmotor", sagte Siemens-Chef Peter Löscher. Auch für das zweite Halbjahr erwartet er nur flaue Geschäfte. Der Konzern muss sich damit bereits das zweite Jahr in Folge von seinen ursprünglichen Zielen verabschieden. Zwischen Januar und März sackte das operative Ergebnis im Kerngeschäft um 29 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro ab. Der Umsatz ging um sieben Prozent auf 18 Milliarden Euro zurück.

Eine Milliarde Euro Gewinn

Unter dem Strich verdiente der Konzern eine Milliarde Euro, nach 938 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Getrieben von Großaufträgen für Züge und Windkraftturbinen legte der Bestelleingang im zweiten Quartal um 20 Prozent auf knapp 21,5 Milliarden Euro zu. Neben einem schwierigen Marktumfeld litt Siemens unter weiteren Belastungen durch die verspätete Auslieferung von Zügen und durch die Probleme bei der Anbindung von Windparks auf hoher See. Hinzu kamen Belastungen durch das verlustreiche Solargeschäft sowie durch das Sparprogramm. Die Hoffnung auf einen raschen Verkauf des Solargeschäfts hat Siemens inzwischen aufgegeben, deshalb soll es ins Tagesgeschäft zurückgebucht werden. Im Gesamtjahr dürften die Probleme mit 500 Millionen Euro auf das Ergebnis drücken. Sollte sich kein Käufer finden, so stehe auch eine Schließung dieses Geschäfts im Raum, sagte Löscher.
Den Großteil der Lichttochter Osram will Siemens im Juli an seine Aktionäre abgeben, nachdem ein klassischer Börsengang 2012 nicht geklappt hatte. Osram kämpft wie die gesamte Branche mit dem starken Wandel im Lichtmarkt hin zu Leuchtdioden, während gleichzeitig das Stammgeschäft mit klassischen Lampen schrumpft.

Sparprogramm

Konzernchef Peter Löscher sprach mit Blick auf das Quartal von einem "gemischten Bild". Nun konzentriere man sich nun auf die konsequente Umsetzung des Sparprogramms. Die Kosten sollten um weitere 300 Millionen Euro gesenkt werden. Hier setzt Siemens vor allem auf niedrigere Rohstoffpreise. Das Programm geht auch mit dem Abbau tausender Arbeitsplätze einher. Weil es dafür keine fixen Zielvorgaben gebe, nenne man dazu weiter keine Gesamtzahl, sagte Löscher.
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