29.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Trotz Konjunkturdelle: August-Arbeitslosigkeit auf Rekordtief - Sommerflaute lässt ... Quote so weit im Keller wie seit 1991 nicht mehr

von Agentur DPAProfil

Trotz schwacher Konjunktur und internationaler Krisenherde verharrt die Zahl der Arbeitslosen derzeit auf einem Rekordtief. Mit 2,902 Millionen lag die August-Arbeitslosigkeit in Deutschland so tief wie zuletzt im Jahr 1991, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht.

Wegen der Sommerflaute und der späten Sommerferien in diesem Jahr stieg die Zahl der Jobsucher zwar um 30 000 an; im Vergleich zum Vorjahr waren es aber 44 000 weniger. Die Arbeitslosenquote legte von Juli auf August um 0,1 Punkte auf 6,7 Prozent zu. Ohne die während der Sommerflaute oft sehr ausgeprägten Saisoneffekte wäre die Arbeitslosigkeit im August hingegen kaum gewachsen. Die um jahreszeitliche Effekte bereinigte Erwerbslosenzahl lag mit 2,901 Millionen lediglich um 2000 über dem Juli-Niveau.

Saisonübliche Effekte

In Bayern herrscht auf dem Arbeitsmarkt Sommerflaute. Die Zahl der Arbeitslosen hat im August um fast vier Prozent auf 262 800 zugelegt. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 3,7 Prozent, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte.

Die bayerischen August-Zahlen sind jedoch kein Grund zur Beunruhigung. "Der Anstieg ist saisonüblich, da sich viele junge Menschen nach Ende der Schulzeit oder nach der Ausbildung arbeitslos melden. Zudem stellen Unternehmen in der Ferienzeit weniger neue Mitarbeiter ein", erläuterte der stellvertretende Chef der Regionaldirektion, Klaus Beier. Außerdem habe die Nachfrage nach Arbeitskräften angezogen. Im August waren knapp 76 000 Stellen im Freistaat unbesetzt; fast ein Drittel der neu gemeldeten Posten stammt aus der Zeitarbeit.

Weise bleibt optimistisch

"Die Wirtschaft entwickelt sich zur Zeit etwas schwächer, die Erwartungsindikatoren sind eher etwas verhalten", sagte Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise. "Davon zeigen sich aber auf dem Arbeitsmarkt noch keine Spuren." Derzeit gebe es auch noch keine Hinweise für eine Abschwächung des Arbeitsmarktes gegen Jahresende, mit denen Volkswirte rechnen. "Aus unserer Sicht sind vorerst keine Veränderungen zu erwarten", betonte er. Auch die gegen Russland verhängten Wirtschaftssanktionen belasteten die deutsche Wirtschaft bislang nicht sonderlich. Stärker wirke sich eher die schwache wirtschaftliche Entwicklung in Russland selbst sowie in einigen EU-Ländern aus, die von Russland-Exporten stärker abhängig seien. Für diesen Herbst rechnet der Bundesagentur-Chef daher mit dem üblichen saisonbedingten Rückgang der Erwerbslosigkeit zwischen 120 000 und 200 000.

Für das Gesamtjahr hält die Bundesagentur unverändert an ihrer Prognose von durchschnittlich 2,9 Millionen Jobsuchern fest.

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