TV-Gerätehersteller Loewe steht mit dem Rücken zur Wand
Kampf ums Überleben

Wirtschaft BY
Bayern
27.04.2013
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Der Aktienkurs des kriselnden TV-Geräteherstellers Loewe ist nach einer weiteren Verlustmeldung am Freitag kräftig eingebrochen. Der Konzern hatte überraschend schlechte Quartalszahlen vorgelegt und erwartet, dass bereits Ende Mai die Verluste die Hälfte des Grundkapitals der traditionsreichen Firma aufgezehrt haben werden.

Da Loewe dann per Gesetz gezwungen wäre, zu einer Hauptversammlung zu laden, verschob der Konzern sein für den 11. Juni geplantes Aktionärstreffen, um den Punkt noch auf die Tagesordnung setzen zu können.

Der Umsatz war in den ersten drei Monaten um 35 Prozent auf 43,5 Millionen Euro eingebrochen, vor Zinsen und Steuern steht ein Verlust von fast 10 Millionen Euro. Bis April hatte der Konzern bereits jeden fünften Mitarbeiter entlassen. Als Grund führte das Kronacher Unternehmen die aktuelle Marktschwäche an. "Bei den für Loewe wichtigsten Handelspartnern, dem qualifizierten Fachhandel, fiel der Rückgang mit 37 Prozent noch deutlich höher aus", teilte das Unternehmen mit. Loewe habe "einen Prozess für die Prüfung und Umsetzung verschiedener strategischer Optionen, einschließlich der Durchführung einer Kapitalerhöhung unter Einbeziehung bestehender Aktionäre und neuer Investoren, eingeleitet", heißt es weiter in der Mitteilung.

Die Franken kämpfen seit langem mit der harten Konkurrenz aus Asien. Die meisten Fernseher kommen von Global Playern wie Samsung oder Panasonic. Hier wird in großen Stückzahlen produziert - und damit auch viel günstiger als in Deutschland. Hinzu kommen bei Loewe hausgemachte Probleme. So hielten die Oberfranken zu lange dem Röhrenfernseher die Treue und sprangen spät auf den Trend zu flachen LCD-Geräten auf.

Apple als Retter?

Ende März hatte Loewe für 2012 einen Verlust von fast 45 Millionen verkündet. Allerdings hatte der neue Vorstandschef Matthias Harsch noch Hoffnungen zumindest auf ein Umsatzwachstum 2013 gemacht. Kaum einen Monat später muss er diese Prognose wieder einkassieren. Als möglicher Retter wurde in Medienberichten Apple gehandelt. Der I-Phone-Konzern arbeitet angeblich an einem Einstieg ins Geschäft mit TV-Geräten. Doch ein Übernahmeangebot wurde stets dementiert. Und der Großaktionär Sharp, der knapp 30 Prozent von Loewe hält, kämpft selbst ums Überleben.
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