Verlegerverband: Anzahl der Ausgaben seit 2004 unverändert
"Kein Zeitungssterben in Bayern"

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Bayern
26.04.2013
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Die bayerischen Zeitungsverleger sind zuversichtlich, der digitalen Konkurrenz trotzen zu können. "Von einem Zeitungssterben in Bayern kann überhaupt keine Rede sein", sagte der Verbandsvorsitzende Andreas Scherer. Zu Unrecht werde oft behauptet, das Angebot an konkurrierenden Zeitungen mit lokaler Information gehe in Bayern zurück. "Die Anzahl der Ausgaben ist seit 2004 unverändert - wir haben nach der jüngsten Zählung immer noch 249 verschiedene Titel und 22 Vollredaktionen."

Nachrichten seien weiterhin sehr gefragt, betonte Scherer anlässlich der Jahrestagung des Verbands Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) am Donnerstag in Augsburg: "Je unübersichtlicher die Welt, je verwirrender das Internet, desto wichtiger wird guter Journalismus. Nur er ordnet und bewertet die chaotische Informationsfülle von heute."

Für das laufende Jahr rechnet der Verbandschef mit erneut leicht sinkenden Auflagen und einem stagnierenden Anzeigengeschäft: "Mit Glück werden die bayerischen Verlage in diesem Bereich eine schwarze Null erreichen." Immer mehr Zeitungen planten eine Bezahlschranke im Internet, sagte der Verbandsvorsitzende: "Die Gratismentalität für wertvolle Informationen kann nicht die Zukunft im Netz sein." Sehr beliebt seien E-Paper-Ausgaben und Apps für Tablets und Smartphones. "Der Markt für Printausgaben erscheint also im Moment gesättigt, der Markt für digitale Produkte hat dagegen noch sehr großes Potenzial."

Leistungsschutzrecht

Ein Thema der Jahrestagung war das am 1. März im Bundestag verabschiedete Leistungsschutzrecht. Online-Anbieter wie Google müssen demnach eine Lizenzgebühr an Presseverlage zahlen, wenn sie deren Inhalte verwenden. Allerdings bleiben "einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte" von einer Lizenzpflicht ausgeschlossen. Google sieht daher keine Notwendigkeit, für seine Textauszüge Gebühren zu zahlen.
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