14.03.2018 - 15:48 Uhr
Deutschland & Welt

Volks- und Raiffeisenbanken Oberpfälzer Volksbanken Schlusslicht

München. Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken (VR) haben trotz Fortdauer der Niedrigzinsphase ihren Wachstumskurs fortgesetzt. "Wir sind guter Laune, die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken sind kerngesunde Banken", kommentierte der Präsident des Genossenschaftsverbandes, Jürgen Gros, die Geschäftszahlen. Man habe Marktanteile ausbauen können und Kosten und Risiken im Griff.

Jürgen Gros, Vorstandsvorsitzender und Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern. Bild: exb
von Jürgen UmlauftProfil

Wie Gros berichtete, stieg die Bilanzsumme der 244 (minus 16) VR-Banken vergangenes Jahr um 4,3 Prozent auf 160,1 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern auf 1,48 Milliarden Euro (plus 1,5 Prozent). Gedämpfter verlief das Wachstum bei den 28 VR-Banken in der Oberpfalz. Sie steigerten ihre Bilanzsumme nur um 1,9 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro und waren damit bayernweit Schlusslicht. Für die positive Entwicklung war vor allem das höhere Kreditvolumen verantwortlich. An Firmenkunden gaben die VR-Banken 3,2 Milliarden Euro mehr an Krediten aus (plus 7,4 Prozent), bei den Privatkunden waren es zwei Milliarden mehr (plus 4,4 Prozent). Der Bestand der Spareinlagen von Kunden stieg wie im langjährigen Durchschnitt um 3,5 Prozent auf 124,1 Milliarden Euro. Gros verwies allerdings darauf, dass die VR-Banken verstärkt Geldanlagen an ihre Verbundpartner vermittelten, die vielfach bessere Konditionen anbieten könnten.

Die niedrigen Zinsen drücken weiter auf die Bilanzen der VR-Banken. So sank der Zinsüberschuss um weitere 70 Millionen Euro. Ausgeglichen werden konnte diese durch einen um 77 Millionen Euro erhöhten Provisionsüberschuss. Dieser resultiert zum einen aus den Provisionen für die Vermittlung von Anlagen, Versicherungen und Krediten an Verbundpartner der Bankengruppe, zum anderen aber auch aus der für die Kunden gestiegenen Kontoführungsgebühren. Weitere 30 Millionen Euro sparten die VR-Banken bei den Betriebskosten ein. So sank die Zahl der Filialen bayernweit um knapp 200 auf 2382 und die der Mitarbeiter um 1200 auf 31 760.

Für 2018 erwartet Gros eine positive Geschäftsentwicklung. Man sei gut ins neue Jahr gestartet. Für Entspannung werde das in Teilbereichen leicht gestiegene Zinsniveau sorgen. Der Rückgang der Zinserträge werde sich etwas abschwächen. Um das Kundengeschäft weiter zu stärken und Marktanteile auszubauen, werde man heuer rund 230 Millionen Euro investieren und die Kostenseite weiter im Blick haben. An die Politik appellierte Gros, die bürokratischen Vorgaben vor allem für regional tätige Geschäftsbanken zu senken und von einer gesamteuropäischen Einlagensicherung abzusehen.

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