Weniger Passagiere, Umsatzrückgang: Neue Führungsspitze für Nürnberger Flughafen gesucht
Turbulenzen erreichen die Chefetage

Die Geschäftsführer der Flughafen Nürnberg GmbH, Harry Marx (links) und Karl-Heinz Krüger, werden ihre Posten räumen. Archivbild: dpa
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Bayern
25.04.2013
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Der Aufsichtsrat des Nürnberger Flughafens setzt im Kampf gegen sinkende Fluggastzahlen und steigende Verluste auf eine verjüngte Führungsspitze. Die beiden Geschäftsführer Karl-Heinz Krüger und Harry Marx würden in den kommenden Monaten zurücktreten, kündigte Finanzminister Markus Söder (CSU) am Mittwoch an. Der Finanzminister ist Mitglied im Aufsichtsrat des Flughafens, für dessen Verluste der Freistaat und die Stadt Nürnberg geradestehen müssen.

Das demnächst vorliegende Entwicklungskonzept umfasse Maßnahmen, die weit in die Zukunft reichten. "Diese Maßnahmen umzusetzen - dafür braucht es einen Generationswechsel", sagte Söder. "Dazu braucht es eine junge, innovative Lösung, die den Flughafen voranbringt." Personalagenturen würden mit der Suche nach geeigneten Bewerbern beauftragt. Der Anstoß zu dem Führungswechsel sei von den beiden Flughafen-Chefs selbst gekommen, betonte Söder. Nach Söders Vorstellung soll es künftig statt der bisherigen Doppelspitze nur noch einen Flughafengeschäftsführer geben. "Ich glaube, das einer für einen Flughafen von der Größe Nürnbergs ausreicht", sagte er. Zugleich widersprach er Spekulationen, der frühere Berliner Flughafen-Chef Rainer Schwarz oder der Nürnberger Wirtschaftsreferent Michel Fraas (CSU) seien für den Posten im Gespräch. Vielmehr solle ein kompetenter Fachmann gesucht werden, der den Nürnberger Flughafen wieder auf Kurs bringe.

Zeitpunkt noch offen

Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen gibt es noch keinen Zeitplan für den Führungswechsel. Ein Mitglied des Gremiums betonte, ein Geschäftsführerwechsel könne eine Chance für den Flughafen bedeuten, warnte aber vor zu großen Hoffnungen. "Ein Auswechseln der Führung allein löst nicht die Probleme des Flughafens", hieß es.

2011 war die Zahl der Passagiere um 2,6 Prozent auf knapp 3,97 Millionen zurückgegangen; der Umsatz war um 2 Millionen auf 94,7 Millionen Euro gesunken. Unter dem Strich machte das Unternehmen einen Verlust von mehr als acht Millionen Euro. Die Zahlen für das Jahr 2012 will die Geschäftsführung in der kommenden Woche bekanntgeben. Den jüngsten Rückschlag hatte der Nürnberger Flughafen Ende März erlitten, als Air Berlin bekanntgab, im kommenden Winterflugplan Nürnberg nicht mehr als Drehkreuz für seine Tourismusflüge in den Süden zu nutzen. Um zumindest die Passagierzahl wieder zu steigern, öffnet sich der Airport vermehrt Billiganbietern.
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