Kunstmuseum zeigt Werke von Eugen Batz
Vom Bauhaus zum Informel

Noch bis 21. Mai sind Kunstwerke von Eugen Batz im Kunstmuseum Bayreuth ausgestellt. Bild: Eugen Batz, "Ohne Titel", Spanien 1967, Aquarell, Gouache auf Papier, 39 x 53 cm
Kultur
Bayreuth
06.04.2018
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Er ist ein relativ unbekannter, aber doch bedeutender Maler, dessen Bilder Ausdruck seiner jeweiligen Lebensphase sind: Eugen Batz. Geboren wurde er 1905 im Rheinland und arbeitete zunächst in einer Dreherei. Doch auch die Kunst sollte ihn von Anfang an nie ganz loslassen und so nahm er schließlich sein Studium am berühmten Bauhaus in Dessau auf - unter anderem bei dem Maler Paul Klee, der für Batz zu einem wichtigen Wegbegleiter wurde. Ab 1933 wechselten die beiden an die Düsseldorfer Kunstakademie, von der sie kurz vor dem Krieg verwiesen wurden. Batz widmete sich fortan ganz der Arbeit im elterlichen Dreherei-Betrieb und nahm erst 1946 seine künstlerische Tätigkeit wieder auf.

Einzigartige Facetten

So unterschiedlich und facettenreich wie sein Leben sind auch die Bilder des Künstlers und lassen sich nicht einer kunstgeschichtlichen Epoche oder gar einem bestimmten Stil zuordnen. Ganz im Gegenteil: Batz war stets geprägt von seiner jeweiligen Lebensphase und konnte auch vieles ausprobieren, weil er nicht von seiner Arbeit als Künstler leben musste. Vielleicht war gerade jener Facettenreichtum ein wesentlicher Grund dafür, dass sich das Kunstmuseum in Bayreuth in diesem Frühjahr in einer ausführlichen Dokumentation unter dem Titel "Eugen Batz.

Vom Bauhaus zum Informel" dem Werk jenes Künstlers widmet. Dabei vereint die Bayreuther Ausstellung großzügig gewährte Leihgaben der Sparda-Bank West in Düsseldorf, der Familie des Künstlers sowie von privaten Sammlern. In weiträumig gestalteten Ausstellungsräumen vermittelt sie dem Betrachter einen einzigartigen Querschnitt durch das Gesamtwerk des Malers - angefangen von den Ideen des Bauhauses, zu denen er auch in seinen späteren Jahren immer wieder zurückkehrte, bis hin zur informellen Malerei. Es ist vor allem sein Selbstbildnis, das den Weg in das künstlerische Schaffen dokumentiert: Hat sich Batz am Anfang noch als Mann mit Werkzeug in blauem Arbeitermantel vor einer Fabrik dargestellt, so deutet auf der noch erhaltenen Fotografie nichts mehr auf die Wirklichkeit hin: Übrig geblieben ist nur noch ein Mann mit Werkzeug in den Händen.

Kunst zum Anfassen

Die Bilder aus der frühen Phase von Eugen Batz sind im Wesentlichen geprägt von seinem Lehrer Paul Klee. Sie sind ein faszinierendes Spiel mit Farben, Formen und Flächen und veranlassen den Betrachter, etwas genauer hinzusehen. Ganz anders sind dagegen seine Aquarelle der 60er und 70er Jahre: Noch immer erinnert vieles an Paul Klee. Batz greift Farben und Formen auf, aber schwankt zwischen abstraktem und gegenständlichem hin und her - bis er beim Informel scheinbar nur noch seinen Arm schwingen lässt und beobachtet, was der Pinsel daraus macht.

In seinem Spätwerk verwendet er schließlich zusätzlich Sand, Zeitungspapier und andere Materialien, um die Oberflächenstruktur seiner Bilder haptisch zu steigern. Ergänzt wird die Ausstellung durch die zahlreichen Fotografien und Radierungen von Eugen Batz und einigen Dokumenten. Zu sehen ist sie noch bis Montag, 21. Mai, im Bayreuther Kunstmuseum.
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