08.03.2018 - 14:44 Uhr

Bayreuth ärgert Istanbul Medi-Basketballer mit geschichsträchtigem Auftritt

Sie trugen die gleichen Trikots, doch in den Textilien steckten dieses Mal ganz andere Typen: Vor fünf Tagen wurden die Basketballer von medi Bayreuth von Alba Berlin fürchterlich zerlegt. Den Gemütszustand von Trainer Raoul Korner danach mit stinksauer zu umschreiben, wäre wohl untertrieben: "Zum Kotzen", fand er den Auftritt bei der 68:100-Klatsche, oder auch als "absoluten Mist".

"Da muss ich durch": De'Mon Brooks (weißes Trikot) war von den Besiktas-Spielern kaum zu stoppen. Der Power Forward war einer der Sieggaranten der Bayreuther gegen Istanbul. Bild: Peter Kolb
von Josef Maier Kontakt Profil

Am Dienstagabend hörte sich das dann so an: "Jeder hat mal einen schrecklichen Tag", sagte Korner entspannt und wollte über das Alba-Spiel nicht mehr viel sagen. Denn soeben hatte sein Team im Achtelfinale der Champions-League Besiktas Istanbul mit 81:76 (34:29) besiegt. Am Dienstagabend schrieben dieselben Jungs, die in Berlin noch völlig neben der Kappe standen, Geschichte, wie es der Hallensprecher in sein Mikrofon schrie. So hatten die Oberfranken seit ihrem Bestehen noch nie in Europa von sich Reden gemacht. Die medi-Fans unter den 3000 Zuschauern in der Oberfrankenhalle waren aus dem Häuschen. Die 200 heißblütigen Besiktas-Fans feierten trotz der Niederlage sich und ihr Team.

Der Tabellendritte der türkischen Liga war als haushoher Favorit nach Oberfranken gereist. Die Bayreuther waren schon richtig happy, die Vorrunde überstanden zu haben, die Türken waren souverän durch ihre Gruppe marschiert. Doch die Gastgeber wirbelten in den ersten zwei Vierteln immer wieder durch die Istanbuler Reihen, so dass deren Chefcoach Ufuk Sarica auf der Bank öfter Mal die Contenance verlor. Bayreuths Korner konnte dagegen an diesem Abend relativ ruhig bleiben: "Es ist ja nicht so, dass dieses Team nicht funktioniert", meinte der Österreicher nach der Partie. Und wie es funktionierte: Immer, wenn Istanbul drauf und dran war, richtig heranzukommen, schlug Bayreuth zurück. Das war vor allem Mitte des dritten Abschnitts so, als Gabe York mit einem Dreier die ganze Szenerie wieder beruhigte. Mann des Spiel war aber De'Mon Brooks. Wenn seine Mitspieler nicht mehr wussten, wohin mit dem Ball, dann passten sie auf den 2,01 Meter-Riesen, der aus allen Lagen traf: "Uns war auch klar, dass es ein harter Kampf werden wird. Wir haben aber als Team immer passend geantwortet." 15 Punkte machte Brooks. Mit York (20), Assem Marei (15) und Nate Linhart (14) trafen insgesamt vier Akteure der Bayreuther, die heute Abend (19 Uhr) in der Bundesliga schon wieder Braunschweig empfangen, zweistellig.

Freilich wissen sie in Oberfranken, dass sie am kommenden Dienstag am Bosporus nicht mit einem dicken Polster, sondern nur mit einem Pölsterchen von fünf Punkten antreten. "Wir dürfen dort nicht daran denken, dass wir fünf vorne liegen", erklärte Korner. "Wir wollen dort einfach gewinnen." Es wäre der nächste Eintrag im medi-Geschichtsbuch.

Wir haben als Team immer passend geantwortet.Bayreuths De'Mon Brooks

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