Polizei Soko "Inn" ermittelt zwei Tatverdächtige - Mordanklage erhoben
Komplize bei Tötung eines Seniors

Symbolbild. (Foto: Stephan Jansen dpa/lby)
Vermischtes
Bayreuth
06.03.2018
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Eine mutmaßlicher Raubmörder sitzt für die Tötung eines Senior in Bayreuth im April 2017 bereits in Untersuchungshaft. Nun hat die Polizei einen Komplizen ermittelt. Der Fall erregte vor allem durch "Aktenzeichen XY ungelöst" Aufsehen.

  Nach einem anonymen Notruf aus Crailsheim am Abend des 12. April 2017 fanden Polizisten den 88-jährigen Hausbesitzer mit schwersten Verletzungen und nicht mehr ansprechbar in seinem Anwesen in der Innstraße in Bayreuth auf. Zwei Tage später starb der Mann in einem Krankenhaus. Eine rund dreißigköpfige SOKO „Inn“ arbeitete an der Aufklärung des Raubmordes.

Über tausend Spuren und mehrere hundert Vernehmungen

Am Tatort sicherten die Experten der Spurensicherung der Kriminalpolizei Bayreuth allein in den ersten Tagen rund 1000 Spuren, darunter Fingerabdrücke, DNA-Spuren und Fasern. Sie stellten im Haus des Opfers und im Umfeld der Tatverdächtigen laut Polizei "Kommunikationsmittel" sicher. Die Beamten der SOKO „Inn“ führten rund 680 Vernehmungen im ganzen Bundesgebiet durch.

Zahlreiche Personenüberprüfungen und Durchsuchungen

Es gab mehrere Durchsuchungen von Wohnungen und weiteren Orten auch außerhalb von Bayern. Spezialisten unterstützten die Beamten der SOKO „Inn“ bei der Sicherung und Auswertung von Kommunikationsmitteln. Auch das Bayerische Landeskriminalamt und das Bundeskriminalamt  waren beteiligt.

„Aktenzeichen XY“ und Belohnung

Es gab Presseberichte mit Zeugenaufrufen, die über die Printmedien, Rundfunk und Fernsehen veröffentlicht wurden. Die Kripo nutzte die sozialen Netzwerke der oberfränkischen Polizei und bat um Mithilfe bei der Suche nach tatverdächtigen Männern, Fahrzeugen, gestohlenem Schmuckstücken und falschen „Wasserwerkern“. Auch mit der Veröffentlichung des anonymen Notrufs erhofften sich die Ermittler Hinweise.

Mitte Mai wurde der Mordfall in der ZDF-Sendereihe „Aktenzeichen XY ungelöst“ gezeigt und hierbei auch der Notruf abgespielt. Ein eigens eingerichtetes Hinweistelefon führte zu weiteren Ermittlungen.10.000 Euro wurden für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen, ausgelobt. Maßgebliche Hinweise gab es nach Auskunft der Polizei dennoch nicht.

DNA-Spuren bringen den Durchbruch

Schließlich brachten die Spuren vom Tatort den Durchbruch. An mehreren Stellen im Wohnhaus wurden DNA sowie weitere Hinweise auf die zwei Tatverdächtigen gefunden und gesichert.  Aufgrund der Erkenntnisse richtete sich der Fokus der Beamten auf einen Mann aus Schwaben. Mit Sondereinsatzkräften nahmen die Kripobeamten Mitte Juni  den mutmaßlichen Raubmörder in seiner Heimatstadt fest.  Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth erging gegen den 35-Jährigen Haftbefehl wegen Mordes und schwerem Raub. Seit dieser Zeit sitzt der Beschuldigte in einer Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft.

Verdacht eines Mittäters

"Da die Kripobeamten den Lebenswandel des Beschuldigten durchleuchtet hatten, wussten sie, dass der 35-Jährige öfter mit einem Bekannten unterwegs gewesen war", berichtet Polizeisprecherin Anne Höfer.  Dabei geriet der zur Tatzeit 34 Jahre alte Mann intensiver in den Fokus.  Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass dieser offenbar in Mannheim untergetaucht war. Anfang August überraschten Einsatzkräfte aus Oberfranken und Mannheim ihn und weitere Personen bei der Durchsuchung einer Wohnung. Da gegen den Mann aufgrund anderer Straftaten bereits Haftbefehle bestanden, wurde der 34-Jährige in eine Justiizvollzugsanstalt eingeliefert.

Die Beschuldigten sind wegen verschiedener, teils auch schwerer Straftaten, bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat Mordanklage gegen beide Beschuldigten erhoben.
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