09.03.2018 - 20:12 Uhr

Umfrage von Creditreform: Stimmung in 30 Jahren noch nie so gut wie heute Bauboom beflügelt Handwerk

Die Stimmungslage im Handwerk ist hervorragend. 2017/18 bezeichneten gut drei Viertel der befragten Betriebe (77,3 Prozent) ihre aktuelle Geschäftslage mit "sehr gut" oder "gut". Seit Beginn der Creditreform-Konjunkturumfragen im Handwerk vor fast 30 Jahren wurde noch nie ein höherer Wert gemessen. Im Vorjahr hatte mit 68,4 Prozent ebenfalls eine deutliche Mehrheit der Handwerksbetriebe von einer positiven Geschäftsentwicklung berichtet. Bestnoten gab es im handwerklichen Baugewerbe, wo 84,2 Prozent (Ausbaugewerbe) bzw. 82,7 Prozent (Bauhauptgewerbe) der Befragten die Geschäftslage positiv beurteilten.

von Externer BeitragProfil

So erzielten 40,2 Prozent Handwerksbetriebe im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus. Vor allem im Baugewerbe kletterten die Umsätze, von winterlichen Beeinträchtigungen war wenig zu spüren. Nur wenige Handwerksbetriebe (6,7 Prozent) verzeichneten rückläufige Umsätze. Dabei war das Kfz-Handwerk überdurchschnittlich stark von Umsatzeinbußen betroffen (14,3 Prozent meldeten Rückgänge). Die Betriebe zeigen sich sehr zuversichtlich. 40,6 Prozent erwarten ein Umsatzwachstum, nur 4 Prozent rechnen mit Einbußen. Im Vorjahr hatten 36,4 Prozent ein Umsatzplus erwartet.

Preiserhöhungen

Dabei werden sich die Kunden auf steigende Preise für Handwerkerleistungen einstellen müssen. 60,3 Prozent der befragten Betriebe will Preiserhöhungen vornehmen, insbesondere im Bausektor. Den gegenwärtigen Auftragsboom kann das arbeitsintensive Handwerk nur mit mehr Personal bewältigen. So berichteten viele Betriebe von steigender Beschäftigung. 30,7 Prozent haben das Personal aufgestockt (Vorjahr: 27,8 Prozent). Dazu dürfte auch das Plus bei den Lehrlingszahlen beigetragen haben. Bei gut jedem zehnten Handwerksbetrieb (10,6 Prozent) ist die Mitarbeiterzahl zurückgegangen - auch aufgrund des Renteneintritts von Mitarbeitern.

Einstellungs-freudig zeigen sich vor allem Metallhandwerk und Baugewerbe. Freiwilliger Stellenabbau ist im Handwerk derzeit hingegen kaum geplant (3,1 Prozent der Befragten). Auch Investitionen stehen derzeit hoch im Kurs. Sechs von zehn Befragten (59,1 Prozent) wollen investieren. Ein solch hoher Wert wurde in den letzten 20 Jahren noch nie erreicht. Das Hauptaugenmerk der Investitionstätigkeit im Handwerk liegt auf Ersatzinvestitionen. Stärker als im Vorjahr soll aber in Rationalisierungen wie für Kosteneinsparungen, investiert werden. Dabei finanzieren die Handwerksbetriebe ihre Investitionen - trotz historisch niedriger Zinsen - vielfach und stärker als im Vorjahr mit Eigenkapital.

Die Zahlungsmoral bewerten die Betriebe weitgehend positiv. In den allermeisten Fällen erhalten die Handwerker innerhalb von 30 Tagen das Geld für eine erbrachte Leistung. Etwas länger sind die Zahlungsfristen aber offenbar bei Aufträgen für die öffentliche Hand geworden.

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