18.08.2014 - 00:00 Uhr
BechtsriethOberpfalz

Beim Kriegerdenkmal erinnert Granitstein an einst markantes Gebäude - Lob für Heribert Renner Weber-Hof und Hüthäusl

Hans Kümpfl hat den Stein entsprechend gemeißelt und mit Herbert Kick aufgestellt. Initiator Heribert Renner und Bürgermeister Gerhard Scharl (von links) sprechen von einem gelungenen Werk. Bild: fz
von Ernst FrischholzProfil

Ein weiteres Relikt Bechtsriether Zeitgeschichte steht nun auf dem Areal beim Kriegerdenkmal. "Hofstelle beim 'Weberpaulus' Nr. 11 um 1835" ist darauf zu lesen, gemeißelt in einen 80 Zentimeter hohen Granitstein.

"Weberpaulus" war der Hausname des Anwesens Nr. 11, das an der Stelle früher einmal stand. Mit alten Hausnamen in Bechtsrieth sowie der Geschichte des Ortes beschäftigt sich Heribert Renner schon seit 30 Jahren. Der frühere Wirt schnappte vieles von den älteren Bechtsriethern im Wirtshaus auf. Zudem forscht er akribisch im Staatsarchiv in Amberg nach allem, was über Bechtsrieth zu finden ist.

"Er ist unser ehrenamtlicher Ortsarchivar", sagt Bürgermeister Gerhard Scharl. 14 Granitsteine oder Tafeln an Häusern weisen nach Renners Archivforschungen schon die alten Hausnamen in Bechtsrieth aus, drei weitere hat er schon wieder ausgegraben. "Die Haus- und Grundbesitzer ziehen mit", freut sich Renner. Aber nicht alle, denn es gebe so manche, die zu den alten Hausnamen keinen Bezug mehr hätten.

Mit dem Grundbesitzer für den jüngsten Gedenkstein hatte Renner keine Schwierigkeiten. Denn es ist die Gemeinde. Auf dem Areal, wo jetzt das Kriegerdenkmal steht, machte Renner ausfindig, dass vor 300 Jahren die Hofstelle vom "Weber-Paulus" war. "Die war nicht groß", erzählt Renner. Der Besitzer hieß Paul Scharl und war Weber. Er war nur mit 330 Gulden eingestuft, weil die Weber kleine Leute waren. 1762 wohnte ein Johann Scharl in dem Haus, der als Stadtfuhrmann den "Schutz der Stadt Weiden" erhielt. 1857 kauften die Scharls den Scharbauerhof Nr. 12 in Bechtsrieth und zogen hier aus.

Daraufhin übernahm die Gemeinde den kleinen Hof, und der wurde zum Hüthäusl. Franz und Eva Bortner waren darin untergebracht, die den Hof dann auch kauften. In den 90er Jahren wurde das leerstehende Gebäude abgerissen und 1996 auf der Fläche das Kriegerdenkmal der Gemeinde errichtet. Daneben steht nun der Gedenkstein an die Hofstelle vom "Weberpaulus". Flossenbürger Granit, gespendet von Hans Schieder. Steinmetz Hans Kümpfl meißelte die Inschrift und stellte den Stein mit den Gemeindearbeitern auf. Bürgermeister Scharl bezeichnete die Tafel und Gedenksteine als Bereicherung für Bechtsrieth.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp