Zum 300. Geburtstag des Komponisten inszeniert Joseph Berlinger eine Landpartie
Wandertag mit Christoph Willibald Gluck

Den deutschen Komponisten und Kapellmeister Christoph Willibald Gluck nimmt sich Joseph Berlinger in der Landpartie des Freundeskreises vor. Bilder: dpa, hfz
Kultur
Berching
28.08.2014
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Er ist in diesem Jahr das große Geburtstagskind der Oberpfalz, doch kaum ein Oberpfälzer kennt ihn wirklich. Der Försterssohn Christoph Willibald Gluck legte eine musikalische Weltkarriere hin, die ihresgleichen sucht, reformierte die Oper, wurde dafür von Jean Jacques Rousseau ebenso bewundert wie von Richard Wagner, war der Musiklehrer von Marie Antoinette, bekam vom Papst den Titel eines Ritters verliehen und ist zwischenzeitlich dennoch einer der großen Unbekannten der europäischen Musikgeschichte.

An Pariser Hof geholt

Um das zumindest ein klein wenig zu ändern, tritt am kommenden Wochenende der Autor und Regisseur Joseph Berlinger an. Er inszeniert in diesem Jubiläumsjahr die Landpartie, die der "Freundeskreis Christoph Willibald Gluck" nun schon zum dritten Mal auf die Beine stellt. Die Gluck-Freunde haben es sich ja zur Aufgabe gemacht, Gluck in der Gegend erlebbar zu machen, in der er geboren wurde. Doch wo war das eigentlich genau? Und vor allem wann?

Lange Zeit gab es da wilde Spekulationen, sorgte eine Verwechslung für reichlich Durcheinander. Kam Gluck in Neustadt an der Waldnaab zur Welt? Am 25. März 1700? Oder doch eher in Weidenwang? Mittlerweile ist freilich klar: Gluck wurde am 2. Juli 1714 in Erasbach bei Berching geboren und zwei Tage später in Weidenwang getauft. Er ist also eindeutig ein Oberpfälzer, auch wenn er schon als Kind mit den Eltern ins Böhmische zog und dann in der ganzen Welt zu Hause war. Diese Welt begegnet einem denn auch in Berlingers Landpartie, in der Gestalt von Marie Antoinette beispielsweise, deren Musiklehrer Gluck in Wien war und die ihn dann als Königin von Frankreich an den Pariser Hof holte. Denn das ist das Prinzip: Sechs Stunden Wandern über Stock und Stein, durch Gluck-Land gewissermaßen, dazwischen jeweils rund zehnminütige Spielszenen aus Berlingers Feder und Musik von Gluck, die Michael Kämmle und seine "Neue Nürnberger Ratsmusik" beisteuern, schlussendlich dann ein mehrgängiges Menü. Wandern? Sechs Stunden lang? Na ja, so schlimm wird's nicht werden, schließlich geht es zwischendurch immer wieder auch per Bus weiter.

Tour am Sonntag

Berlinger hat durchaus ein gewisses Faible für Gluck. Mehrmals habe er bei dessen Musik schon Gänsehaut bekommen, sagt er. Deshalb hat er auch spontan zugesagt, als Rudolf Eineder, der Präsident der "Internationalen Gluck-Gesellschaft", bei ihm anfragte, ob er nicht die diesjährige Landpartie schreiben und inszenieren wolle. Eineder hatte zuvor mit seiner Frau Berlingers "Mei Fähr Lady" am Regensburger Turmtheater gesehen und war offenbar beeindruckt.

Der Name Berlinger scheint offenbar zu ziehen. Die Landpartie am Samstag ist bereits ausverkauft. Am Sonntag geht es dann von 10 bis 16 Uhr erneut auf Tour, immer natürlich auf Glucks Spuren. 60 Euro kostet das Ganze inklusive Essen. Details gibt es bei der Tourist-Information der Stadt Berching Telefon (08462) 2 05 13.
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