06.12.2017 - 20:00 Uhr
BodenwöhrOberpfalz

Gemeinderat beschließt Einkaufsmeile für Bodenwöhr

Sehr sachlich geht es in der Gemeinderatssitzung Bodenwöhr bei einem Antrag der MJK Projektentwicklung GmbH & Co. KG zu. Dabei handelt es sich um ein folgenreiches Projekt für Bodenwöhr und die Umgebung.

von Ingrid SchiederProfil

Unternehmer Michael Kraus verfolgte die Diskussion im Zuhörerbereich interessiert. Konkret geht es sich um die Waldfläche zwischen der Weihersiedlung und Blechhammer - auf der rechten Seite, von Bodenwöhr in Richtung Neunburg. Auf einem zwei Hektar großen Waldareal soll hier ein Ladengebiet für Einzelhandelsbetriebe (SB-Markt, Getränkemarkt), Handwerk und Gewerbe (Bäcker, Metzger), Geschäfts- und Bürogebäude (beispielsweise Steuerberatung), eine Tankstelle sowie ein Restaurant, ein Café und ein Imbiss errichtet werden. Der Antrag umfasste auch das Gebiet auf der gegenüberliegenden Straße, entlang des Hammersees.

Auch kritische Stimmen

Alois Feldmeier (BLB) erklärte, er habe Bedenken wegen des Sortiments, das da angeboten werde - aber das stehe ja nicht zur Debatte. Auch Christian Lutter (FWG) äußerte sich zu diesem Vorhaben und erklärte, dass er nicht zustimmen könne. Er sei zwar prinzipiell für eine Ansiedlung, aber nicht in diesem Gebiet. Er sei gegen die Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet. Schließlich sei Bodenwöhr ein anerkannter Erholungsort. Lutter befürchtet auch eine Versiegelung und dass der Kanal nicht ausreiche.

Eine Belastung des Hammersees würde zunehmen. "Und das Ganze steht im krassen Gegensatz zu den Ausführungen von Klaus-Peter Fels in Bezug auf das Flächenmanagement." Lutters Bedenken galten auch der Belebung der Ortsmitte, wobei er die Tankstelle exemplarisch nannte, die hier belassen werden sollte.

Geschäftsleiter Otto Eichinger meinte, dass "es uns auch lieber wäre, wenn wir im Ortskern eine Nahversorgung anbieten könnten". Ein Entwicklungspotenzial sieht er aber nur mehr entlang der Neunburger Straße. "Wir müssen jetzt entscheiden, um zukunftssicher zu sein." Walter Spirk (CSU) begrüßte die Möglichkeit, einen zweiten Supermarkt zu bekommen. Der Standort sei eigentlich ein sehr guter. "Die Leute von Blechhammer und der Umgebung haben es näher zum Einkaufen." Sabrina Seebauer (FWG) meinte, sie könne dem Projekt zustimmen, wolle aber ebenso, wie von Albert Krieger (FWG) geäußert, dass die Fläche entlang des Hammersees im Landschaftsschutzgebiet verbleiben soll. Stefan Rauch (SPD) befürwortete ebenfalls das Vorhaben, Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen.

Doch befürchte er, dass am See entlang unnötig abgeholzt wird. Georg Hoffmann (CSU) sprach sich ebenfalls für das Projekt aus. Mit einer Gegenstimme (Christian Lutter) wurde dem Antrag der MJK-Projektentwicklung schließlich entsprochen. Das Gremium entschied einstimmig, nur die rechte Seite aus dem Landschaftsschutzgebiet herauszunehmen und die nördliche Seite entlang des Hammersees drin zu belassen.

Nur Lutter stimmt dagegen

Der nächste Punkt beinhaltete den Antrag auf Aufstellung eines qualifizierten Bebauungsplans mit Zweckbestimmung Sondergebiet (SO) "Ladengebiet südlich der Neunburger Straße". Christian Lutter sagte dazu: "Ich kann nur wiederholen, was ich vorhin bereits gesagt habe" und stimmte als einziger dagegen.

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