25.02.2018 - 12:22 Uhr
Bodenwöhr

Heftige Kritik bei Bürgerversammlung Idylle mit deutlichen Rissen

Der Image-Film über die Gemeinde zeigt ein Idyll, "einen Ort, wo man sich wohlfühlen kann", wie zweiter Bürgermeister Albert Krieger zu Beginn der Bürgerversammlung meint. Doch diese Idylle hält nicht lange. Hart prallen Meinungen aufeinander.

Zweiter Bürgermeister Albert Krieger stand für den erkrankten Bürgermeister Richard Stabl in der Bürgerversammlung Rede und Antwort. Bild: sir
von Ingrid SchiederProfil

Der Wintergarten beim Troidl-Wirt konnte die vielen Bürger kaum fassen, so mancher eilends herbeigeschaffte Stuhl wurde in die Tischreihen gezwängt, damit jeder Platz nehmen konnte. In Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Richard Stabl informierte Krieger über Aktuelles, ergänzt durch Ausführungen von Anne Wendl zu verschiedenen geplanten Projekten.

Zunächst ging Krieger auf die vielen Attraktionen in der Hammerseegemeinde ein, unter anderem Angebote für Familien, Kinder und Senioren. Explizit kam er auf die Umgestaltung des Badeplatzes zu sprechen, wobei Anne Wendl vom Büro "landimpuls" die Entwurfsplanung aufzeigte. Mitte Mai wolle man mit den Arbeiten fertig sein. Angepflanzt würden große Bäume, die bereits vorhanden seien und versetzt würden. Die Kosten belaufen sich nunmehr auf 420 000 Euro statt der kalkulierten 300 000. Diese Mehrkosten resultieren aus dem Preisanstieg der Firmen, so Wendl.

Probleme mit Trinkwasser

Krieger fuhr mit weiteren Planungen - der Friedhoferweiterung, der Diskussion um den Rathaus-Standort, das Projekt Hammersee ohne Blaualgen, der Erneuerung und Ausstattung der Wasserleitungen mit Ultraschallwasserzählern - fort. Der Breitbandausbau sei erledigt. Zur Verunreinigung des Trinkwassers, das trotzdem der Trinkwasserverordnung genüge, sagte Krieger, dass nach wie vor Ursachenforschung betrieben werde und alle Hochbehälter chloriert und gespült werden. Es könne sein, dass sich durch Bauarbeiten an den Wasserleitungen Ablagerungen gelöst haben.

Krieger nannte für die Ortsteile die Müllsortieranlage in Blechhammer, in Altenschwand die Sanierung des Feuerwehrhauses und die Erneuerung der Wasserleitung. In Neuenschwand gestalte sich der Ausbau der Straße nach Kölbldorf aufwendiger als gedacht. In Taxöldern beschäftige man sich mit dem Leichenhaus und dem Friedhof, auch hier sei der Aufwand größer als angenommen. In Erzhäuser/Windmais gehe es um die Dorferneuerung und die Flurneuordnung. In Pingarten werde ein Baugebiet mit fünf Parzellen ausgewiesen. Er dankte allen Ehrenamtlichen, Behörden, Ämtern, Mitarbeitern der Gemeinde, den Kindereinrichtungen und Schulen sowie allen Bürgern für ihr Interesse. Vier schriftliche Anfragen hätten ihn erreicht, so der zweite Bürgermeister. Beantragt wurde das Entfernen der Linden in Neuenschwand wegen Unfallgefahr und Laub. Ein Baum werde an den Badeplatz versetzt, teilten Krieger und Wendl mit. In diesem Zusammenhang wurde auch Unzufriedenheit mit dem Winterdienst laut.

Kahlschlag missfällt

Harsche Kritik gab es bezüglich des Badeplatzes, vor allem wegen des Kahlschlages. Krieger stand auch in der Versammlung zum Fällen der Bäume. Die Rechtsaufsicht habe nur moniert, dass solche Beschlüsse vorher gefasst werden müssen. Auf dem Friedhof in Taxöldern, sagte Wendl, seien Risse im Mauerwerk des Leichenhauses entdeckt worden. "Da geht nichts mehr auf Regie." Der Bauhof müsse schürfen bzw. graben, vorher mache der Statiker keine Aussage. Bemängelt wurde, dass die öffentlichen Toiletten zugesperrt seien, problematisch für Spaziergänger entlang des Uferrundweges. Haken zum Aufhängen der Jacke fehlten ebenfalls. Krieger sagte Abhilfe zu.

Die Ortsdurchfahrt in Altenschwand sei seit zirka fünf Jahren fertiggestellt. Bereits jetzt zeigten sich Risse und Absenkungen. Krieger versprach dem nach zu gehen. Zu den Straßenausbaubeiträgen, gebe es genaue Anweisungen vom Innenministerium ging er auf eine Frage ein. Es bestehe derzeit kein Handlungsbedarf. Mit Sorge verfolgen die Bodenwöhrer das Einbrechen der Touristenzahlen. Während der Hauptsaison sei das Tourismusbüro leider wegen eines Personalwechsel geschlossen gewesen, erläuterte er.

Friedhof-Verkauf

Pfarrer Johann Trescher sah sich mit dem Vorwurf konfrontiert, dass er den Friedhof veräußern wolle, weil er nicht mehr genutzt werde. Das Bistum mischt sich seinen Worten nach nicht ein, da der Friedhof aufgelöst sei. Die katholische Kirchenstiftung als Träger sei an die Gemeinde herangetreten, mit der Frage, ob sie bereit sei, den Friedhof abzukaufen. "Es steht noch nicht fest, ob die Gemeinde ihn erwirbt", so Pfarrer Trescher. Er hätte den Friedhof bereits lukrativ verkaufen können. Beispielsweise wollte jemand hier ein Generationenhaus errichten. "Verkauft wird "er als Grünanlage, die eine Gedenkstätte bleiben soll", stellte der Geistliche klar. (sir)

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