16.02.2018 - 20:00 Uhr
Bodenwöhr

Politischer Aschermittwoch der Freien Wähler Friede, Freude, Schulverband

Hauptredner Karl Vetter kommt etwas spät. Die Wartezeit nutzen die Freien Wähler aus Nittenau, Bruck und Bodenwöhr am "Politischen Aschermittwoch" in Bruck zur Diskussion. Da wird deutlich: Zwischen zwei Gemeinden herrscht nicht bei jedem Thema "Friede, Freude, Eierkuchen".

MdL Karl Vetter aus Cham war Hauptredner beim politischen Aschermittwoch der Freien Wählern in Bruck. Bild: sir
von Ingrid SchiederProfil

Bruck. Der Landtagsabgeordnete Karl Vetter aus Cham ließ die Gäste etwas warten im Meisl-Saal. Kein Problem: Die "Sollbacher Dorfmusikanten" spielten auf. Bürgermeister Hans Frankl mahnte launig, die Fastenregeln einzuhalten, ehe er auf die Lokalpolitik einging.

Standorte sichern

Im Schulverband mit Bodenwöhr herrsche wieder positives Klima, man sei auf einem guten Weg und werde auf dieser Linie weiterarbeiten. "Friede, Freude, Eierkuchen", brachte er es auf den Punkt. Das rief zweiten Bürgermeister Albert Krieger aus Bodenwöhr auf den Plan. Die Ansicht "Friede, Freude, Eierkuchen" teile er beim Thema Schulverband nicht. Es seien einige Aufgaben zu meistern, um beide Standorte sichern zu können, "eventuell die gesamte Grundschule in Bodenwöhr, die Mittelschule in Bruck". Frankl fühlte sich falsch verstanden. Seinen Slogan habe er darauf bezogen, dass nach den heftigen Auseinandersetzungen im Verband nun wieder sachliche Atmosphäre herrschte.

Für ländlichen Raum

Frankl verwies auf die Diskussion über die Straßenausbaubeiträge und die entsprechenden Satzungen. Man sei sich einig, diese abzuschaffen. Allerdings müsse die Finanzierung der Straßensanierungen dann durch den Freistaat. Die Gemeinden dürften nicht auf den Kosten sitzenbleiben.

Hauptredner Karl Vetter kritisierte in seiner Rede vor allem die CSU und insbesondere den designierten Ministerpräsident Markus Söder. Seit 60 Jahren werde in Bayern falsche Strukturpolitik betrieben: "Das Gesundheitsministerium wird von einer Metropole in die nächste verlagert, von München nach Nürnberg". Der ländliche Raum werde vernachlässigt. Das führe dazu, dass der demografische Wandel die ländlichen Regionen härter treffe als die Städte. Der Anteil der 16- bis 19-Jährigen an der Bevölkerung der Oberpfalz werde bis 2034 um 20 Prozent sinken, in München dagegen um 27,5 Prozent steigen. "Die Menschen gehen dorthin, wo die Arbeit ist." Eine bessere Strukturpolitik könne auch Probleme in den Ballungszentren lösen. Vetter nannte Verkehrsinfarkt und Mietpreisexplosion. Um eine bessere Strukturpolitik zu erreichen, streben die Freien Wähler nach den Landtagswahlen eine Regierungsbeteiligung an. Vetter selbst wird dann dem Landtag nicht mehr angehören, er kandidiert nicht mehr. Viele Themen der Freien Wähler seien von der CSU kopiert worden, sagte Vetter. Er nannte den Meisterbonus oder die Wahlfreiheit beim Gymnasium zwischen G8 oder G9. Markus Söder warf er vor, den Ausbau des Flughafens in München nur aus taktischen Gründen nach die Wahl verschieben zu wollen. "Wir sind die Anwälte des ländlichen Raums. Die Bayern wollen keine Alleinherrschaft mehr", betonte Vetter abschließend.

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