Wanderausstellung zum Thema Inklusion eröffnet
"Mut zum Miteinander"

Die Vorschulkinder der Kita St. Josef hatten Staatsministerin Emilia Müller ein selbstgemaltes Bild überreicht. Die Kleinen sangen sich in die Herzen aller Gäste. Bild: sir
Politik
Bodenwöhr
11.10.2017
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Es gibt noch sehr viel zu tun in Sachen Inklusion. Die Politik sieht sich hier in der Pflicht, auch hinsichtlich finanzieller Förderung. Doch die gesamte Gesellschaft sei gefordert, machte Ministerin Emilia Müller deutlich.

Die Wanderausstellung "Inklusion in Bayern" ist eröffnet worden. Sie steht unter dem Motto "Mut zum Miteinander" und ist ab sofort zu den regulären Öffnungszeiten im Rathaus Nittenau zu sehen. Bis Montag, 30. Oktober, machen die Bildtafeln Station in der Stadt am Regen.

Nittenau. Eröffnet wurde die Ausstellung von Staatsministerin Emilia Müller. Die zahlreich erschienenen Gäste aus den umliegenden Kommunen, Bürgermeister und Vertreter von Behinderteneinrichtungen wie Lebenshilfe sowie die örtlichen Leiterinnen der Kindergärten und Schulen sowie Seniorenheime zeigten, dass dieses Thema beschäftigt. "Inklusion ist vielfältig und begegnet uns auch im Alltag permanent", sagte auch Bürgermeister Karl Bley.

Ältere Menschen mit Seh- und Höreinschränkungen, Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, Menschen mit Gehbehinderung und geistig behinderte Menschen - in Einrichtungen in Nittenau und den Nachbargemeinden werden Menschen mit einem Handicap betreut und umsorgt. Doch gehe es nicht nur um pädagogische und medizinische Betreuung, sondern um Teilhabe am täglichen Leben ohne Vorurteile und ohne Hemmungen im Umgang miteinander, so der Sprecher.

Lied einstudiert

"Die große Herausforderung unserer Gesellschaft ist es, Menschen mit Behinderung oder einer Einschränkung, die manchmal abseits und nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, mitzunehmen, zu integrieren und ihnen eine entsprechende Wertschätzung entgegenzubringen", so Bley. Die Vorschulkinder der Kita St. Josef hatten mit ihren Erzieherinnen ein Lied einstudiert, das sie vortrugen. Als Geschenk für Müller hatten sie ein Bild gestaltet. Die Ministerin freute sich sehr und unterhielt sich mit den Kleinen über ihren Kindergartenalltag. "Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, aber eben auch eine unserer größten Chancen", sagte sie. Inklusion stehe für weit mehr als nur Politik für Menschen mit Behinderung, stehe für Miteinander, Solidarität, Teilhabe. Inklusion gehe die gesamte Gesellschaft an, Städte und Gemeinden seien die starken Partner für die inklusive Gesellschaft. Bayern habe mit seiner Initiative für das Bundesteilhabegesetz die größte Sozialreform der vergangenen Jahrzehnte angestoßen. Dieses soll auch auf Landesebene umgesetzt werden und damit weitere Verbesserungen für Menschen mit Behinderung erreichen. Systematisch baue der Freistaat Barrieren ab, "die sichtbaren auf unseren Straßen und Plätzen, aber auch die unsichtbaren in unseren Köpfen".

Bewerbungsphase für 2018

Bis 2023 soll Bayern barrierefrei sein. Dafür stehen rund 430 Millionen Euro zur Verfügung. 1200 Verbesserungen an staatlichen Gebäuden seien in Angriff oder umgesetzt worden, 800 barrierefreie Linienbusse seien gefördert worden. In Bayern erfolgen heute bereits rund 71 Prozent der Ein- und Ausstiege an barrierefreien Stationen. Barrieren abbauen, Schwellen einebnen und Gesetze ändern, das ist das eine, so Müller. Der Bewusstseinswandel, das ist das andere. Diesen Bewusstseinswandel könne und wolle man nicht verordnen, aber vorantreiben. "Und das tun wir unter anderem mit dieser Wanderausstellung." In diesem Jahr sei diese in etwa 25 bayerischen Städten und Gemeinden zu sehen. 2017 sei bereits komplett ausgebucht, die Bewerbungsphase für 2018 bereits angelaufen. Inklusion sei nicht nur ein Experten-Thema, im Gegenteil. "Inklusion gelingt besonders dann, wenn möglichst viele mitmachen", so die Sprecherin. "Jeder kann in seinem Umfeld dazu beitragen. Und je mehr wir über Inklusion wissen, desto eher schwinden Berührungsängste und Vorbehalte", so die Ministerin. Menschen mit und ohne Behinderung sollen ganz selbstverständlich miteinander lernen, arbeiten, wohnen und ihre Freizeit gestalten, das sei das Ziel.
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