Brauchtum Perchten erhalten
Perchten und alte Geschichten

So ganz geheuer waren die finsteren Gestalten den Besuchern des Perchtenabends nicht. Bild: sir
Vermischtes
Bodenwöhr
21.12.2016
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Schaurig sind sie anzusehen, die Perchten in ihren Masken. Mit wildem Geschrei und entsprechenden Gebärden flößen sie so manchem Zeitgenossen Furcht ein. Und doch war eine Vielzahl an Interessierten im Meisl-Saal zum Perchtenabend zusammengekommen.

Bruck. "Angst soll niemand haben", betonte Jürgen Hofmann, Vorsitzender des Trachtenvereins Enzian Bruck. "Es geht darum, altes Brauchtum am Leben zu erhalten." Die Perchtengruppe des Vereins machte dieses Brauchtum erfahrbar, mit dem Erzählen und Spielen von Geschichten. Es sind die Raunächte, in denen die Perchten umherziehen, den Menschen ihr Fehlverhalten vor Augen führen, aber auch denen Schutz bieten, die Gutes tun.

Luis Giptner erzählte Geschichten von früher. "Hans und die zwei Moosweibchen" handelte von einem braven jungen Mann, der im Wald unterwegs war und zwei Alten begegnete. Die stopften ihm Laub in den Rucksack. Glück und Wohlstand verhießen die beiden ihm. Daheim hatte sich das Laub in pures Gold verwandelt. Eine andere Geschichte spielte beim Wurzlwirt mitten im Wald. Drei Burschen ließen es sich gut gehen beim Kartenspielen und Schnaps trinken. Zu ihnen gesellte sich ein junger Kerl, der ein Glas Milch verlangte und dafür Hohn und Spott von den Kartenspielern erntete. Bald machte er sich auf den Weg nach Hause. Zwei alte Weiblein begegneten ihm unterwegs, die ihn beschützten. Die Perchten besuchten ihn zu Hause und wünschten der Familie Glück. Als Belohnung für sein Verhalten führten sie einen schönen Tanz auf. Beim Wurzlwirt dagegen wurde hexenhaftes Lachen laut, die Luz mit Kopftuch und Messer in der Hand jagte den Betrunkenen furchtbare Angst ein. Die Mahnung der Perchten lautete: Respektiere deine Mitmenschen und die Natur. Noch weitere Geschichten, eine davon vorgetragen von Uschi Bösl, bewegten die Zuhörer, die lernten, dass Raunächte gute Seiten für gute Menschen haben. Wer aber ein liederliches Leben führt, den holt früher oder später das schlechte Gewissen ein.
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