Die traditionelle Barbarafeier wartete mit Neuigkeiten auf - amüsant und spannend.
„Glück Auf“ mit einer Heiligen

Pfarrer Johann Trescher amüsierte sich köstlich bei der Barbarafeier.
Vermischtes
Bodenwöhr
14.12.2016
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Die Heilige Barbara (Ingrid Schieder) erteilte lächelnd ihre teils deftigen Lektionen.

Die "Hl. Barbara" las den Bodenwöhrern am Sonntag einmal mehr launig die Leviten. Die Feier zu ihrem Ehrentag moderierte Hubert Süß - erstmals nicht mehr als künstlerischer Leiter der "Eisenzeit". Seine Nachfolgerin steht bereits fest.

Sie heißt Marlene Wagner-Müller und kommt aus Kelheim. Die Theaterpädagogin, die seit 2012 am Landestheater Oberpfalz (LTO) inszeniert, führt 2017 auch Regie bei den drei Stücken im Programm der Eisenzeit-Festspiele am Hammersee. Süß hatte das Amt bei der Jahreshauptversammlung des "Rings der Eisenzeit" aus zeitlichen Gründen abgegeben. Am Sonntag hatte Wagner-Müller ihren ersten öffentlichen Auftritt bei der Barbarafeier, die der "Ring" seit 2012 im Pfarrheim ausrichtet. Hubert Süß kritisierte als Moderator scherzhaft Pfarrer Johann Trescher, weil der den Patroziniums-Gottesdienst sehr ausführlich gehalten hatte - obwohl das Leben der Heiligen Barbara doch kurz gewesen sei.

Franz Singerer erinnerte an den kürzlich verstorbenen Heribert Braun sen., der die zurückliegenden Feiern mit Anekdoten aus der Hüttenwerkszeit bereichert hatte. Für angeregte Gespräche sorgte der Vortrag von Oskar Duschinger. Der Grundschulrektor aus Maxhütte-Haidhof hatte zusammen mit dem bereits verstorbenen Georg Ellert dessen Kindheits- und Jugenderinnerungen im Buch "Hüttenwerk und Hammersee" zusammen gefasst. Einige Geschichten rund um Weihnachtsbräuche trug er vor.

Wenig besinnlich

Weniger besinnlich kam die Rede der "Heiligen Barbara" (Ingrid Schieder) daher. In einem Plädoyer für interkulturelle Toleranz stellte eine (vermeintliche) Gemeinsamkeit aller Gesellschaften dar: "Die Mannsbilder sind überall Hanswurschten", was ihr Buh-Rufe, aber auch begeisterten Applaus bescherte. Der Pfarrer ("Bruder Johann") habe heuer das eine oder andere Mal beinahe vergessen, dass er Messe halten muss. Nur weil er durchs Fenster Licht in der Kirche brennen sah, habe er es dann doch noch rechtzeitig an den Altar geschafft.

Franz Singerer (Kirchenverwaltung) wäre wohl sonst gerne für ihn eingesprungen - schließlich arbeite Singerer schon lange darauf hin, dass er figurmäßig Treschers Messgewänder füllen könne. Dass Franz und sein Sohn Florian Singerer beim Aufbau des Festspiel-Geländes heuer so stark geschwitzt haben, dass die Wiese im Seewinkl immer noch feucht sei, erwähnte die "Heilige" ebenso wie die Tatsache, dass die beiden zum Gießen der Deko-Pflanzen Weiherwasser in Bierflaschen abgefüllt hatten - was den weiteren Aufbauhelfern beinahe zum Verhängnis geworden wäre.

Der Nothelfer

Der Landwirt Georg Eichinger habe sich einmal mehr als "Oberster 14. Nothelfer" erwiesen, als er einen Baum, der ins Gelände hinein gekracht war, fachmännisch abtransportierte. Die übrigen Nothelfer hatte Bühnentechniker Julian Schmid vergeblich gesucht - nicht einmal im Wirtshaus und im Feuerwehrhaus seien sie anzutreffen gewesen. Ihr Fett weg bekam auch Kirchenchorleiterin Eva Blommer.

Marlene Wagner-Müller stellte das Programm der Eisenzeit-Festspiele 2017 vor, die im Juni im Seewinkl stattfinden. Gezeigt werden als Kinderstück Die kleine Hexe von Otfried Preußler(zwei Schulvorstellungen) und als Erwachsenenstück Ludwig Thomas "Erster Klasse" in einer "Bodenwöhrer Bearbeitung". Als Gastspiel des LTO wird "Die Lokalbahn", ebenfalls von Ludwig Thoma aufgeführt. Für viel Schwung und Vergnügen sorgten die Pfreimder Kistl-Musikanten bei der Barbarafeier. Sie gaben auch den Ton an, als die Festgäste zum Schluss gemeinsam "Glück Auf, der Steiger kommt" anstimmten.

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Weitere Informationen:

www.eisenzeit.net
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