18.04.2018 - 16:10 Uhr
BodenwöhrOberpfalz

Forstschüler renovieren Franziskus-Marterl neben dem einstigen WAA-Baugrundstück Symbol des Widerstands erhalten

Junge Menschen, die selber keine Zeitzeugen sind, beschäftigen sich auf mehrere Arten mit der Historie, die sich nicht irgendwo in der Welt abgespielt hat, sondern unmittelbar hier in der Region. Nahezu 30 Jahre sind vergangen, seit dem endgültigen Aus der atomaren Wiederaufbereitungsanlage bei Wackersdorf. In die Jahre gekommen ist somit auch das Franziskus-Marterl im Taxölderner Forst bei Altenschwand, das als Symbol des friedlichen Widerstands galt. Es ist eine Gedenkstätte, an der immer noch regelmäßig Andachten stattfinden, um die Erinnerung wachzuhalten. Berufsschüler aus Neunburg kümmerten sich mittels einer Projektarbeit um die Renovierung.

Das Franziskus-Marterl und sein Umgriff waren jahrzehntelang den Witterungsbedingungen ausgeliefert und daher arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Über die Initiative zu den Renovierungsarbeiten freuten sich auch Altlandrat Hans Schuierer und Landratsstellvertreter Arnold Kimmerl. Bild: sir
von Ingrid SchiederProfil

Eine Vielzahl von Gästen war der Einladung zur Präsentation der Arbeiten gefolgt, unter ihnen Altlandrat Hans Schuierer, stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl, Oberstudiendirektor Ralf Bormann, Grundstückseigentümerin Anita Meier, Wolfgang Nowak für die Freunde des Franziskus-Marterls sowie Pfarrer Richard Salzl und BN-Kreisvorsitzender Klaus Pöhler. Die Schüler erzählten selber von ihren handwerklichen Tätigkeiten, vom Praxisunterricht im Bereich Holzbearbeitung bei Fachlehrer Adolf Bindl und in der Metallbearbeitung bei Fachlehrer Johannes Schneider. Das Abbauen und Restaurieren der Teile, gerade auch in Bezug auf die ideelle Bedeutung, sei schon etwas Besonderes für sie gewesen. Die Aufgaben erstreckten auf das Abschleifen und die Neulackierung der Metallteile, die Erneuerung der Holzelemente von Tischen und Sitzbänken, die Teilerneuerung des Pultes sowie die Erneuerung der Holzkreuze, das Freischneiden der Sitzbänke und die Sanierung der Schnitzerei. Im November begannen die Schüler mit den Außenarbeiten und dem Abbau. Die Werkstattarbeiten erstreckten sich auf den Winter und konnten nun Anfang April abgeschlossen werden. Beteiligt waren die Forstklassen.

Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl sagte, dass das Marterl in Dankbarkeit dafür übrig geblieben sei, dass Unheil und größere Schäden abgewendet werden konnten. Sein Dank galt der Marterlgemeinde, die dieses Gedenken bewahre. Altlandrat Hans Schuierer erachtete die Erhaltung dieses Denkmals für ganz wichtig, damit das Geschehene lebendig gehalten werde. Es sei ein Mahn- und Musterbeispiel dafür, was in einer Demokratie, in einem Rechtsstaat, nicht sein darf. Es zeige aber auch auf, wie man so etwas friedlich verhindern kann.

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