Grundschüler erobern Wald

Beim Ster-Schlichten kommt es nicht nur auf Zeit an, sondern auch darauf, wie die Holzstücke aufeinander gestapelt liegen. Bilder: sir (2)
Vermischtes
Bodenwöhr
18.05.2017
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Bei der Ratestaffel mussten die Kinder Waldfrüchte, Zweige und Gehörne erkennen.

Die Begeisterung für die Waldjugendspiele ist ungebrochen. 48 Grundschulklassen aus dem Landkreis mit mehr als 1000 Kindern freuten sich über die Verlegung des Unterrichts ins Grüne. Dort warteten spannende Aufgaben.

An drei aufeinanderfolgenden Tagen erfuhren die Buben und Mädchen in dieser Woche alles Wissenswertes über den Lebensraum Wald, dessen Bedeutung für die Natur und seine Bewirtschaftung. Die 48. Waldjugendspiele fanden unter Federführung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Schwandorf rund um Waldhaus Einsiedel statt. Die ersten Versuche hatte die Staatsforstverwaltung in Kooperation mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald im Jahr 1970 in Niederbayern und der Oberpfalz gestartet. Die Aktion sollte sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickeln.

Über 40 Mitarbeiter der Ämter Schwandorf und Cham standen dieses Mal als Klassenbetreuer und Schiedsrichter an den drei Tagen bereit. Unterstützt wurden sie dabei von Mitarbeitern des Forstbetriebes Roding und den Waldbesitzervereinigungen sowie finanziell durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

Förster als Paten

Mit der Vorbereitung waren der forstliche Bildungsbeauftragte am AELF Schwandorf, Forstamtmann Fritz Reichert, sowie der Abteilungsleiter des Bereichs Forsten, Forstdirektor Alwin Kleber, betraut. Jede Klasse erhielt einen Förster als Paten, der die Schüler für etwa dreieinhalb Stunden auf einem vorbereiteten Waldparcours begleitete und den Kindern viel Wissenswertes über Wald und Forstwirtschaft vermittelte.

Entlang des Weges durch den naturnah bewirtschafteten "Einsiedler Forst" warteten auf die Schüler zahlreiche Aufgaben, die es mit viel Geschick und Wissen gemeinsam zu lösen galt. Vor allem kam es auf den Teamgeist an. So feuerten sich die Schüler an beim Blätter-Angeln, beim Dachstuhlbau, bei der Ratestaffel, beim Ster-Schlichten, beim Zapfen-Zielwurf und beim Turmbau. Dass es wichtig war, nicht blindlings von einer Station zur nächsten zu laufen, wussten die Kinder im Vorfeld. Besondere Aufmerksamkeit verlangten die entlang des Parcours versteckten Tiersuchtafeln. Wenn sie entdeckt wurden, gab es zusätzliche Punkte.

Ehrung für beste Klassen

Die Grundzüge naturnaher Forstwirtschaft gehörten zu den Themen. "Nur was man kennt, das schätzt man. Und nur was man schätzt, das schützt man auch", betonte Forstdirektor Kleber. Reinhold Witt, der leitende Direktor des AELF Schwandorf, sagte, dass die Waldjugendspiele auf eine lange Tradition zurückblicken können. Ein Anliegen sei es, dass die Kinder mit allen Sinnen den Wald erleben können. Dass die Nachfrage so hoch sei, sei erfreulich. Schulamts-Leiter Georg Kick betonte, dass im neuen Lehrplan verstärkt auf die Vermittlung der Bedeutung des Waldes, der Landwirtschaft und deren Vernetzung ausgerichtet sei, gekoppelt mit verschiedenen Projekten, die den Lehrstoff vertiefen sollen. Die Waldjugendspiele sind als Wettbewerb konzipiert. Die besten drei Klassen werden am Ende des Schuljahres zu einer Siegerehrung eingeladen, bei der jedes Kind einen Preis erhält.

Nur was man kennt, das schätzt man. Und nur was man schätzt, das schützt man auch.Forstdirektor Alwin Kleber
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