Lettischer Chor begeistert

"Koris Valmiera" aus Lettland überzeugte mit seinen liturgischen Liedern und im zweiten Teil mit seinen Volksliedern. Bild: sir
Vermischtes
Bodenwöhr
10.07.2017
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Musik aus Lettland, das hat Seltenheitswert in der Region. Und so füllte sich die Pfarrkirche St. Barbara zusehends mit Gästen aus Bodenwöhr, aber auch von den umliegenden Orten kamen die Menschen herbeigeströmt.

(sir) Das Konzert lief bei den fünften Pressather Chortagen, die es anlässlich des 25-jährigen Gründungsjubiläums der Chorgemeinschaft St. Georg Pressath gibt. Daraus resultierte ein Chorkonzert von "Koris Valmiera" gemeinsam mit dem Kirchenchor Thanstein in der Pfarrkirche St. Barbara.

Beifall brandete auf, als der gemischte Chor aus Lettland, "Koris Valmiera", den Altarraum betrat. Die Trachten, kräftigen Farben, die Hauben, Tücher und Blumenkränze verfehlten die Wirkung auf das Publikum nicht: Optisch hatten die Letten etwas zu bieten. Hans Sattler, Vorsitzender der Chorgemeinschaft St. Georg Pressath, dankte Pfarrer Johann Trescher, für die Ermöglichung dieses Konzerts in Bodenwöhr. Die Verbindung zu Pressath erkläre sich dadurch, dass der Bodenwöhrer Pfarrer dort früher als Kaplan fungierte.

Für die Letten hat das Singen eine große Bedeutung, erklärte Sattler. So wie hierzulande jedes Dorf einen Fußballverein habe, so zahlreich seien die Chöre in Lettland. Im ersten Teil des Konzerts brachte "Koris Valmiera" liturgische Lieder zu Gehör. Monta Wermann brillierte an der Violine. Im zweiten Teil präsentierte der facettenreiche Chor mit seinen wunderbaren Stimmen und harmonischem Zusammenklang seine Volkslieder, die eine weitreichende Bedeutung haben. Singen, das ist lettischer Alltag, im Laufe der Jahrhunderte entstand so eine identitätsstiftende Musikkultur. Worte bedurfte es nicht, um zu verstehen.

Allein die Musik, melancholisch angehaucht bis hin zum anschwellenden Optimismus, ließ die lettische Seele erahnen. Wirkungsvoll unterstrichen Monta Wermann auf der Violine und Liga Ivane am Klavier einige der Stücke. Auch der Kirchenchor Thanstein unter der Leitung von Richard Waldmann begeisterte die Zuhörer. Auch hier waren es die Stimmen, die beim breitgefächerten Repertoire bestens zur Geltung kamen. Hinter der "Arie" von Giovanni Tartini, begleitet durch Violine und Klavier, verbarg sich ein mitreißendes "Halleluja".

Musik verbindet, Freundschaften entstehen: Die Freude im Publikum war spürbar, als die beiden Chöre sich mischten und gemeinsam "All Things Bright and Beautiful" von John Rutter sangen. Das Publikum hielt es nicht mehr auf den Plätzen, nach dem Zwischenapplaus jeweils am Ende eines Musikblocks, brandete ein nicht Enden wollender Beifall auf.

"Ein wunderschönes Konzert, ohne Zugabe kommt's ihr mir hier nicht raus", sagte Pfarrer Johann Trescher. Mit der "heimlichen Nationalhymne" der Letten verabschiedeten sich die beiden Chöre, die so viel Freude ins Gotteshaus gebracht hatten.
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