Nicht nur Lob beim Jahresabschluss
Kritik am Führungsstil

Vermischtes
Bodenwöhr
19.12.2016
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Der Weihnachtsfriede kehrte nur bedingt ein im Bodenwöhrer Gemeinderat. Georg Hoffmann (CSU) teilte noch einmal aus - in Richtung seiner Bürgermeister-Kollegen.

Beraten wurde zunächst über die Wasserversorgung, wobei die hydraulische Überrechnung vorgestellt und über die Prioritätenliste abzustimmen war. Ingenieur Johann Gleixner vom Ingenieurbüro Kehrer erläuterte die Einzelheiten. Im Bereich Klause sei es sinnvoll, die Hausanschlüsse nur umzubinden, soweit dies noch nicht geschehen sei. Im Bereich Blechhammer seien noch 330 Meter Austausch einer Leitung einzuplanen. Dazu sollte aber noch die Druckverlustberechnung abgewartet werden.

Alles in allem belaufen sich die Gesamtkosten auf netto über 2,2 Millionen Euro, so der Fachmann. Das Gremium nahm einstimmig Kenntnis von diesen Ausführungen und beschloss die Prioritätenliste. Gegen den in Bruck geplanten Netto-Markt hatte der Rat nichts einzuwenden. Das seit Monaten umstrittenste Projekt innerhalb der Gemeinde ist der Bebauungsplan für das Mischgebiet "Am Sulzbach". Dipl.-Ing. Klaus-Peter Fels vom Ingenieurbüro Trossmann und Partner erläuterte die eingegangenen Stellungnahmen. Einzeln wurde darüber abgestimmt. Die geforderten Änderungen würden eingearbeitet, sagte dazu Bürgermeister Richard Stabl. Das Plangeheft für den Bebauungsplan wurde bei fünf Gegenstimmen gebilligt. Auch die Satzung wurde bei fünf Gegenstimmen angenommen. Alois Feldmeier gab zu bedenken, dass jeder einzelne Rat mit der Zustimmung "eine heftige Bürgschaft" auf sich nehme.

Im Wasserschutzgebiet?

Diskussionsbedarf bestand auch beim Antrag einer Bauwerberin aus Bruck für die Errichtung einer privat genutzten Waschhalle in der Gemarkung Erzhäuser. Georg Hoffmann fragte an, ob das Bauvorhaben im Wasserschutzgebiet liege. Mit einer Gegenstimme wurde dem Antrag zugestimmt. Teil des Beschlusses ist die Prüfung hinsichtlich des Wasserschutzgebietes. Einstimmig genehmigt wurde der Bauantrag für ein Einfamilienhaus mit Friseurstube.

Bürgermeister Richard Stabl eröffnete den Reigen der Jahresrückblicke. "Wir, Räte, Bürgermeister und alle Beschäftigten der Gemeinde sind in der Pflicht, unsere Heimatgemeinde zielgerichtet in die Zukunft zu führen", sagte Stabl. Er erinnerte an Straßenbaumaßnahmen, die Dorferneuerung, Beschaffungen für den Bauhof, sowie die erfolgreiche Softwareumstellung im Rathaus. Viel habe man miteinander bewegt, so Stabl. Diese Aktivitäten stimmten ihn zuversichtlich, denn sie zeigten die Bereitschaft, sich "für die Gemeinschaft unserer Gemeinde einzusetzen". Die Zukunft bringe viele Herausforderungen. Dem Zusammenspiel von Gemeinderat und der Verwaltung sei es zu verdanken, dass "wir eine konsequente Konsolidierungslinie fahren und trotzdem Investitionen in die Infrastruktur der Gemeinde leisten können", so Stabl. Sein Dank galt dem Rat, der Verwaltung, dem Bauhof, den Mitarbeitern in den Kindertagesstätten und in den Schulen sowie allen Ehrenamtlichen. Die Fraktionssprecher Stefan Haberl (BLB), Stefan Rauch (SPD) und Christian Schreiner (FWG) schlossen sich den Dankesworten an.

"Gewählte Monarchie"

Georg Hoffmann (CSU) holte weiter aus. Zunächst stellte er die besonderen Leistungen des Bauhofs heraus. Das Gleiche gelte auch für die Gemeindeverwaltung. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass man ein Problem des Führungsstils habe. Er für seinen Teil sei völlig unzufrieden mit der Art und Weise, "wie die beiden Bürgermeister Richard Stabl und Albert Krieger gegenüber den Gemeinderäten glauben auftreten zu müssen". "Wir haben ein demokratisch gewähltes Entscheidungsgremium und nicht so, wie ihr beide eine Wahl in Bodenwöhr versteht, eine demokratisch gewählte Monarchie. Ihr seid da auf dem Holzweg, und ich kann euch schon jetzt prophezeien, damit werdet ihr beide früher oder später Schiffbruch erleiden", sagte Hoffmann. Er danke der Verwaltung für die geleistete Arbeit.
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