08.09.2017 - 15:52 Uhr
BodenwöhrOberpfalz

Rundgang in Bodenwöhr Barrierefreiheit im Fokus

Barrierefreiheit, das ist auch ein Thema in der Hammerseegemeinde: Der VdK-Kreisverband Schwandorf setzte seine Reihe der Begehungen in Bodenwöhr in Kooperation mit der Gemeinde und den Betroffenen fort. Es ging darum, Schwachstellen aufzuspüren. Das Ziel sind Verbesserungen für Menschen mit Handicap.

Mit dem Rollator ins Rathaus - kein Problem. Mit dem Rollstuhl gestaltet sich der Weg schon schwieriger. Bild: sir
von Ingrid SchiederProfil

Los ging es beim Verwaltungsgebäude der Gemeinde in der Schwandorfer Straße. Hier zeigte sich gleich die erste Barriere: Die Rampe vor dem Hintereingang deutete zwar die Zugänglichkeit zu den Räumlichkeiten zu diesem öffentlichen Gebäude an. Doch die selbstständige Nutzung mit dem Rollstuhl kann wegen der zu hohen Steigung gefährlich sein, weiß Stefan Bollinger - selbst für ihn als versierten langjährigen Rollstuhlfahrer. Zweiter Bürgermeister Albert Krieger zeigte sich froh darüber, dass ein direkt Betroffener wie Bollinger an der Begehung teilnimmt. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass die Welt anders aussieht, wenn man gehandicapt ist. Deshalb sei diese Aktion bei ihm sofort auf offene Ohren gestoßen.

Bei dem Rundgang waren neben Johann Fersch vom gemeindlichen Bauamt auch VdK-Ortsvorsitzender Josef Deml, Vorstandsmitglied Elfriede Fritsch, der stellvertretende VdK-Kreisvorsitzende Engelbert Ehbauer sowie die beiden VdK-Berater für Barrierefreiheit, Günter Edenhart und Gerdi Gradl sowie Günter Makolla vom generationsübergreifenden Beirat dabei. "Die Begehungen in den Gemeinden und Städten finde ich eine tolle Sache", sagte Gradl. "Jeden von uns kann es treffen. Und dann ist man froh, wenn man selber zur Bank und zu den Einkaufsmärkten kann." Das bedeute auch ein Stück Lebensqualität. Stellvertretender VdK-Kreisvorsitzender Engelbert Ehbauer, sagte, er freue sich, dass Bodenwöhr sich an den Begehungen beteilige.

Zwar sei in der Gemeinde die Barrierefreiheit seit 2009 festgeschrieben, plätschere aber so vor sich hin. Es werde nicht so in Angriff genommen, wie das der Fall sein sollte. Rollatoren gehören inzwischen zum Straßenbild. Diese Tatsache solle bereits bei Baumaßnahmen berücksichtigt werden. VdK-Berater Günter Edenhart ergänzte, dass nicht nur Gehbehinderte berücksichtigt werden sollen, sondern auch Menschen mit Seh- und Hör-Einschränkungen. Betroffen seien nur alte Leute, bereits Kinder könnten von Geburt an behindert sein.

Ein wackliger Kanaldeckel auf dem Gehweg am St.-Barbara-Platz bedeute bereits für den nichteingeschränkten Fußgänger Probleme, stellte die Gruppe fest. Vermeidbar wären Hindernisse durch Fahrzeuge, die auf dem Gehweg parken und so ein Ausweichen auf die Fahrbahn nötig machten. Die Schwandorfer Straße sei recht schmal und etwas holprig. "Unser Sorgenkind", sagte Krieger. Er sprach das Problem an, dass hier ein anderer Baulastträger zuständig sei. Gut kam dagegen der Platz vor der Kirche an und die Zugänglichkeit zum Gotteshaus. Zwar sei die Rampe auch hier ein wenig steil, meinte Stefan Bollinger, sei aber trotzdem gut gemacht. Und auch der Ortskern sei gut passierbar, das Kopfsteinpflaster sei relativ eben. Einige gut zugängliche Stellen gebe es auch rund um den Hammersee, sagte Bollinger. Doch leider gebe es keinen Zebrastreifen mehr über die Hauptstraße. Die Gemeinde werde die Ergebnisse aus der Begehung sowie die Hinweise in ihren Entscheidungen mitberücksichtigen, versprach Krieger.

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