Wandern auf dem Max-Reger-Weg rund um Brand entlang der Ufer von Gregnitz und Fichtelnaab
Lichte Wälder und blutrote Wasser

Der idyllische Blick auf Brand bietet sich dem Wanderer kurz vor dem Ziel.
Freizeit
Brand
20.04.2013
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Je nach Sonneneinstrahlung erscheint das Wasser der Gregnitz blutrot. Huminsäuren, die aus dem Wald- und Moorboden ausgeschwemmt werden sowie Eisensulfit im Erdreich sind dafür verantwortlich. Bilder Grüner
Wer intakte Natur und Wasserlandschaften schätzt, für den ist der Max-Reger-Wanderweg gleichermaßen Muss und Genuss. Auf dem 14,6 Kilometer langen Rundkurs trifft der Wanderer mehrmals auf die Fichtelnaab und den Gregnitzbach und begleitet die beiden naturbelassenen Kleingewässer über Hunderte von Metern direkt an deren Ufern.

Ein dickes Lob an die Verantwortlichen, die den Weg in vorbildlicher Weise beschildert haben. Der schwarze Violinschlüssel auf weißem Untergrund ist überall dort vorhanden, wo er gebraucht wird. Keine Wegkreuzung an der auch nur der Hauch eines Missverständnisses aufkommen könnte. Das ist vorbildlich und längst nicht überall so. Das macht Karte und/oder Outdoor-Navi eigentlich überflüssig.

Himmlische Ruhe

Gegenüber des Geburtshauses des Brander Ehrenbürgers in der Max-Reger-Straße steht das Rathaus. Es ist Ausgangspunkt und Ziel der Tour. Entlang der Max-Reger-Straße, später Kemnather Straße führt uns der Weg Richtung Grünberg. Am Ortsende von Brand geht es nach links in die Jahnstraße weiter. Ein leichter Anstieg bringt uns in Höhe der Sportanlage. Bevor wir die Straße verlassen und unser Weg durch angenehme Waldpfade wieder nach unten weiter führt, lohnt ein Rundblick auf das Fichtelgebirge. Kaum im Wald, ist außer dem vielstimmigen Vogelchor nichts zu hören. Kein Zivilisationsgeräusch, das diesen seltenen Zustand stört.

Damit ist es abrupt vorbei, als wir auf den Fichtelnaab-Radweg, dem ehemaligen Bahndamm der Bahnstrecke Neusorg-Fichtelberg treffen. Wir folgen ihm für etwa 100 Meter nach links. Biker, Jogger und Skater treffen wir. Jetzt zweigt unser Weg nach rechts ab und bringt uns direkt hinunter zur Fichtelnaab.

Schnell ist in diesem Bereich der noch junge Fluss unterwegs. Lautes Gurgeln, donnerndes Tosen und gefälliges Plätschern bilden hier den akustischen Rahmen. Des öfteren müssen wir den schmalen Pfad verlassen, denn Meister Bockert war auch im Winter nicht faul, hat zahlreiche Bäume gefällt und Burgen gebaut. Rund einen Kilometer folgen wir der Fichtelnaab flussabwärts, bevor wir die Staatsstraße Brand-Ebnath queren und für 200 Meter wieder den Radweg benutzen.

Kurz nach der Brücke über den Gregnitz-Bach verlassen wir den Radweg nach links und gelangen über einen Wiesenpfad nach Selingau. Das Ebnather Naturbad lassen wir links liegen. Wäre Sommer, hätten wir uns darin erfrischt. Wir wandern weiter auf schmalem Pfad Gregnitzaufwärts durch den Wald. Bei der Wasserkraftanlage Grünlasmühle stoßen wir auf den Verbindungsweg Fuhrmannsreuth-Grünlas.

Wir halten uns links über die Gregnitzbrücke. Mächtige Granitblöcke liegen dort im Bachbett. Der große Biergarten lädt zur Pause ein. Danach gehen wir nach rechts weiter, in den Wald hinein, dicht an der Gregnitz entlang Richtung Nagel. Immer wieder fallen Stellen auf, an denen das Wasser der Gregnitz blutrot erscheint. "Ein wildromantisches Tal, dass zu jeder Jahreszeit begeistert" heißt es im Wanderführer.

Nach dem "Goldwäscherstein" entfernen wir uns vom Bach und folgen der Forststraße nach rechts bis zur Wegegabelung am ehemaligen Nageler Steinbruch. Hier biegt der Max-Reger-Weg nach links ab. Bevor wir weitergehen, lohnt sich ein kurzer Streifzug durch das beeindruckende Biotop. Biber haben hier den Bach gestaut und eine völlig neue Naturlandschaft entstehen lassen.

In der Stille der Natur

Wir kehren die 100 Meter zu unserem Weg zurück und gehen durch den Wald bergauf weiter. Nach etwa 500 Metern folgen wir einer Flurbereinigungsstraße nach rechts. Die nächsten eineinhalb Kilometer bewegen wir uns überwiegend im offenen Gelände. Mit der Gaststätte "Waldfrieden" erreichen wir eine weitere gute Einkehrmöglichkeit. Von da geht es nach links durch den Wald hinunter ins Naturschutzgebiet "Hahnenfilz". 500 Meter weiter treffen wir auf das Tannensträßl. Wir wenden uns nach links und erreichen nach einem weiteren halben Kilometer Oberölbühl. Wir bleiben jedoch auf dem ansteigenden Tannensträßl. Kurz vor der Fichtenstraße folgen wir dem rechts abzweigenden Waldweg und tauchen wieder in die Stille der Natur ein, die lediglich im Bereich der nach gut einem Kilometer zu querenden Staatsstraße Brand-Mehlmeisel unterbrochen wird.

Weiter durch den Wald nähern wir uns wieder dem Fichtelnaabtal. In der Nähe eines Hochspannungsmastes treffen wir abermals auf den Fichtelnaab-Radweg und folgen ihm nach links. Schon bald erreichen wir die Firma Götz, ein Spezialist für Bierglasuntersetzer aller Art.

Links beginnt die breite, asphaltierte, berganführende Rödelgasse. Wir halten uns scharf rechts und gehen zwischen zwei Wohnhäusern hindurch. Nach Überschreiten der Fichtelnaabbrücke, überqueren wir den Werkkanal und sind wieder im Wald. Nach 100 Metern bergauf führt unsere Route an der Weggabelung nach links. 50 Meter weiter zweigt der Max-Reger-Weg vom Hauptweg in einem fast rechten Winkel nach links ab. Links sehen wir die Gebäude der Firma Götz, vor uns liegen die Hallen der Firma Schiettinger, die Voll- und Wellpappeverpackungen herstellt. Im Tal der Fichtelnaab gelangen wir erst auf Wald- und schließlich auf Feld- und Wiesenwegen nach Grünberg.

Hier biegen wir nach links in die asphaltierte Kemnather Straße ein. Im Talgrund bietet sich eine weitere gute Einkehrmöglichkeit in der Gaststätte "Zum Waffenschmied" an.

Über die Fichtelnaabbrücke mit dem Brückenheiligen Nepomuk kommen wir nach zwei engen Kurven zur Schiettingerstraße. Rechts steht etwas erhöht die Kapelle von Grünberg. Über die Schiettingerstraße, den Werksparkplatz, durch Wiesen und Felder und schließlich auf dem Flurbereinigungsweg, wandern wir zurück nach Brand. Kurz vor unserem Ziel bietet sich eine abschließende Einkehr in der Gaststätte "Schwarze Rose" an.

Tipps zur RouteDer Max-Reger-Weg ist 2003 in Zusammenarbeit der Gemeinde Brand und der Ortsgruppe des Fichtelgebirgsvereins (FGV) entstanden. Eine ausführliche Streckenbeschreibung, herausgegeben durch die FGV-Ortsgruppe liegt bei der Gemeinde auf. FGV-Vorsitzender Stefan Jungnickl betont: „Wir sind stets bemüht unsere Wege so zu beschildern, dass sich jeder ohne Karte zurecht findet.“ Wer trotzdem eine dabei haben will, für den empfiehlt der FGV die „Fritsch Nummer 52 Naturpark Fichtelgebirge 1:50 000“. Parkmöglichkeiten gibt es fast direkt am Ausgangspunkt an der Sparkasse, der Raiffeisenbank und beim Gemeindesaal (hinter der Kirche). Das Max-Reger-Gedächtniszimmer im Rathaus ist während der Rathausöffnungszeiten oder nach telefonischer Vereinbarung (09236/230) zu besichtigen.

Auf der knapp 15 Kilometer langen Strecke überwindet der Wanderer 200 Höhenmeter. Festes Schuhwerk ist wichtig, Wanderstöcke empfohlen. Für Kinderwagen ist der Weg nicht geeignet. Schmale Pfade entlang der beiden Gewässer und an einigen Stellen tiefe Wunden in den Forststraßen, verursacht durch Harvestereinsätze, machen den Einsatz fahrbarer Untersätze unmöglich.Insgesamt ist die Strecke als leicht, allenfalls mittelschwer einzustufen. Wer darauf flotten Schrittes unterwegs ist, benötigt an reiner Gehzeit wohl nicht mehr als dreieinhalb Stunden. Für den Genusswanderer, der gerne genauer hinsieht und sich die Strecke durch Pausen vertieft, lässt sie sich zur entspannende Tageswanderung ausweiten.

Die Gemeinde Brand liegt im Nordwesten des Landkreises Tirschenreuth. Sie ist gewissermaßen das südliche Tor zum Fichtelgebirge. Anreise aus nördlicher und südlicher Richtung über die A 93 bis Marktredwitz und B 303 oder über die A 9 bis Bad Berneck und B 303. Aus Richtung Bayreuth über B 22. Adresse fürs Navi: Brand/Oberpfalz, Max-Reger-Straße 7.
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