14.03.2018 - 20:00 Uhr
Brand

Gemeinderat Brand Grünes Licht für "Lebensraum"

Eine übergroße Leberkäs-Semmel und eine Internetseite, laut der es in Brand immer noch ein Schwimmbad gibt: es sind Symbole für fehlende Gastronomie und Handlungsbedarf im Ort.

von Bertram NoldProfil

Per Computer-Präsentation motivierte Gerald Hoch vom Fichtelgebirgsverein (FGV) so die Gemeinderäte, die ihm bei der Vorstellung eines Projekts andächtig lauschten. "Projekt Lebensraum" heißt seine Idee.

In der Umgebung gebe es ein Kräuterdorf, einen Wildpark und auch einen Geo-Erlebnisweg. Auch Brand habe etwas: nämlich ein "tolle Landschaft". Diese soll erlebbar gemacht und auch verbessert werden und zwar für jedermann. Es gebe zwar den Max-Reger-Weg, doch sei der für Kinderwagen ebenso wenig geeignet wir für Senioren.

Einen "Weg der Erfahrung" stellte Hoch vor, auch ökologisch nützlich. Immerhin gebe es 75 Prozent weniger Insekten und das Bienen-Problem sei mittlerweile groß und jedem bekannt. Vor allem bei Kindern müsste wieder Bewusstsein für den Wert eine intakten Natur geschaffen werden: blühende Flächen, Hecken und Wiesenraine seien wertvoll.

Auf drei Abschnitten von Wegen rund um das Dorf könnten das Projekt mit den Schwerpunkten Naturerfahrung, Kulturlandschaft, Sinnesschulung Selbsterfahrung geschaffen werden. An drei Punkten sei Gastronomie vorhanden. "Es soll kein isolierter Park werden", stellte Hoch fest. Vielmehr könnte der Anschluss an Wege außerhalb der Gemeinde erfolgen.

Günther Kuhbandner, ebenso FGV-Aktiver, ließ sich durch seine berufliche Tätigkeit als Physiotherapeut von der Idee begeistern. Er könne "das Energetische mit einfließen lassen". Eine Station, an der Atem- und Wahrnehmungsübungen gefordert sind, könne er sich vorstellen. Eine solche Station hatte Kuhbandner bereits ausgearbeitet und stellte sie vor.

Natürlich kostet ein solches Projekt Geld. Hoch hatte auch dazu Zahlen parat. Für eine optimale Umsetzung nannte er eine Summe von 12 500 Euro plus 2500 Euro Eigenleistung. Abzüglich der Zuschüsse und möglicher 1000 Euro Sponsoring müsste die Gemeinde 4000 Euro tragen. "Man kann nur Respekt haben vor dem, was Hoch und Kuhbandner präsentiert haben", meinte zweiter Bürgermeister Christian Drehobel (CSU). Der Aufwand, den die beiden für die Vorstellung betrieben hatten und vor allem die Vielfalt der Ideen überzeugten ihn.

Vieles sei schon da, ergänzte Bernhard Schindler (CSU). Michaela Schmidt (CSU) äußerte sich begeistert: "Wunderbar. Wieder einmal in die Natur, um zu erfahren, was die Schöpfung bedeutet." Natürlich werde alles auch digital aufbereitet. GPS sei hier gefragt, antwortete Hoch auf die Frage von Christian Doleschal (CSU). Zudem werde es einen Begleit-Flyer geben.

Dagegen stimmte kein Gemeinderat. Damit kommt auf den Naturschutzwart des FGV viel Arbeit zu. Die Angebotserstellung und der Antrag an den Naturpark Fichtelgebirge seien enorm. Im Herbst könne der Antrag eingereicht werden. Der Start sei im Frühjahr 2019 möglich.

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