15.03.2018 - 16:24 Uhr
Brand

Haushalt der Gemeinde einstimmig verabschiedet: Finanzielle Freiheit

Gemeinde Brand - "Kuwait der Oberpfalz"? Ein ehemaliger Gemeinderat hatte in einem finanzstarken Jahr die Gemeinde Brand so bezeichnet. Bei der diesjährigen Verabschiedung des Haushalts fällt zweitem Bürgermeister Christian Drehobel (CSU) dieser Begriff wieder ein.

von Bertram NoldProfil

Denn auch 2018 stellt sich die Situation der Gemeinde überaus positiv dar: Eine freie Finanzspanne von 293 983 Euro und 597,75 Euro Pro-Kopf-Verschuldung - 30 Euro unter dem Landesdurchschnitt - sind Indizien.

Kämmerer Josef Regner, dem am Ende der große Dank von Bürgermeister Ludwig König (CSU) für die Erstellung des Zahlenwerkes galt, trug die wichtigsten Eckpunkte daraus vor. Der neue Verwaltungshaushalt schließt in den Einnahmen und Ausgaben mit einem Betrag von 2 425 209 Euro. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt 354 033 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr mit einer geplanten Zuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von 85 805 Euro verbessert sich die Finanzsituation im Verwaltungshaushalt 2018 um 268 228 Euro.

Der wesentliche Grund ist der Rückgang der Unterhaltungskosten von 974 084 Euro auf 393 583 Euro. Ursächlich für diesen Rückgang um rund 580 000 Euro ist vor allem eine Kürzung der Aufwendungen für den Straßenunterhalt um 427 000 Euro. Zudem wurden 2017 beim Mehrzwecksaal für die Sanierung der Außenfassade und für das Brandschutzkonzept zusammen 50 000 Euro veranschlagt. Auch schlägt der Außenanstrich des Mietwohnhauses 2017 einmalig mit 16 500 Euro zu Buche.

Als weitere Verbesserung gegenüber dem Haushalt 2017 kann eine Erhöhung der Einkommensteuerbeteiligung um 66 000 auf neu 566 000 Euro verzeichnet werden. Es gibt aber immer auch die Kehrseite der Medaille. Belastend auf den Haushalt 2018 wirkt sich der Anstieg der Steuer- und Umlagekraft aus, die eine Minderung bei den Schlüsselzuweisungen um 37 416 Euro auf 375 188 Euro zur Folge hat und bei der Kreisumlage einen Anstieg um 176 990 Euro auf 571 060 Euro bedeutet.

Ferner wurden die Gewerbesteuereinnahmen von 700 000 Euro auf neu 600 000 Euro vermindert - "vorsorglich", wie der Kämmerer ausführte. Ein Antrag auf eine Stabilisierungshilfe setzt mindestens durchschnittliche Hebesätze bei der Grund- und Gewerbesteuer voraus, deshalb wird mit Wirkung ab 1. Januar 2018 der Hebesatz für die Grundsteuer A um zehn Punkte auf 370 von Hundert angehoben. Der Hebesatz für die Grundsteuer B wird um fünf Punkte erhöht und auf 350 von Hundert neu festgesetzt.

Der Hebesatz für die Gewerbesteuer bleibt unverändert bei 330 von Hundert. Der Vermögenshaushalt 2018 schließt mit 1 050 745 Euro. Der Umbau des alten Schlachthauses mit voraussichtlichen Ausgaben von 538 000 Euro ist unter anderem darin enthalten. Für diese Maßnahme werden Zuweisungen von 374 000 Euro erwartet. Für einen neuen Unimog sind 160 000 Euro veranschlagt, der alte könne noch 55 000 Euro bringen.

Für das Sanierungsgebiet "Ortskern Brand" sind 60 000 Euro Zuschüsse vorgesehen, 36 000 Euro Förderung werden erwartet. Als weitere Investitionsmaßnahmen stehen unter anderem eine Photovoltaikanlage auf dem Betriebsgebäude der Kläranlage, ein Beamer mit Leinwand für den Mehrzwecksaal und ein Bushäuschen in Bernlohe im Haushalt. Zum Ausgleich des Gesamthaushaltes ist eine Zuführung an die allgemeine Rücklage von 136 957 Euro möglich. Damit wird zum Ende des Jahres ein neuer Rücklagenstand von etwa 251 000 Euro erwartet.

Neue Kreditaufnahmen sind 2018 nicht vorgesehen. Eine längere Debatte war bei diesem Haushalt nicht nötig. "Äußerst positiv", meinte Christian Drehobel (CSU), von "hoher finanzieller Bewegungsfreiheit" sprach Tobias Reiß (CSU) und Wolfgang Doleschal (CSU) brachte es auf den Punkt, als über geringe Chancen für eine Stabilisierungshilfe gesprochen wurde: "Wir sollten darüber froh sein, dass wir keine brauchen."

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.