Gemeinderat legt Äquivalenziffern für Friedhof fest
Kosten für Grab neu berechnen

Mehrfach ausgezeichnet wurde der Brander Friedhof in den letzten Jahren. Chronist Hanns Schellein hat ihn angelegt, die erste Beerdigung fand am 23.12. 1940 statt, Schustermeister Josef Daubner wurde zu Grabe getragen. Die Bäume haben mittlerweile stattliche Ausmaße erreicht. Ein solche Friedhof braucht Pflege und die hat ihren Preis. Der Gemeinderat hat die neuen Äquivalenzziffern festgelegt, demnächs werden die neuen Gebühren beschlossen.
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Brand
15.10.2017
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Als Karl Söllner noch Bürgermeister war, musste der Gemeinderat über eine mögliche Erweiterung des Friedhofs nachdenken. Der Kauf des Grundstücks nördlich der Anlage war bereits ins Auge gefasst - doch dann war irgendwann das Thema vom Tisch. Inzwischen kann die Gemeinde darüber froh sein.

Von 40 leeren Grabstellen sprach Bürgermeister Ludwig König, als es im Gemeinderat um die Gebühren im Friedhof ging. Die sogenannten Äquivalenziffern waren anzupassen, weil in einer der vergangenen Sitzungen um deren Überprüfung gebeten worden war - und das hatte seinen guten Grund. Nicht nur die Zahl der leeren Grabstellen hat sich stark vergrößert, es gibt auch immer mehr Urnengräber. Würde nun mit den bisherigen Äquivalenzziffern abgerechnet, die sich stark an der Größe der Gräber orientieren, ergäbe sich ein Ungleichgewicht. Auch die Inhaber der kleinen Urnengräber brauchen den Friedhof in seiner Gesamtheit, also auch Hecken, Wege, Wasserleitung und alles, was dazugehört. Was man den "Kleinen" nicht abnimmt, muss man den "Großen" aufbürden. Auch das aber stand zur Debatte und als eine mögliche Alternative in der Sitzungsvorlage.

Zweiter Bürgermeister Christian Drehobel (CSU) hätte auch die Umlegung aller Kosten auf alle Inhabern von Gräbern im Friedhof unabhängig von der verbrauchten Fläche für möglich gehalten, weil eben jeder den Friedhof in seiner Gesamtheit braucht. Mit der Anpassung der Äquivalenzziffern komme man aber wohl der Realität näher. Dem konnte sich Doleschal anschließen und meinte ergänzend, dass man keine finanziellen Anreize schaffen dürfe. Der Friedhof sei nun einmal sehr pflegeintensiv, und das habe seinen Preis, fügte Bürgermeister König abschließend hinzu.

Da hatte Christa Hautmann eine schnelle Lösung parat, nach der den übrigen Gemeinderäten erst einmal kurz die Luft wegblieb: "Vereinfachen! Sägt sie's doch ab, diese Bäume, dann fällt schon kein Laub!" Äußern wollte sich dazu niemand. Doleschal meinte, dass der Friedhof die meistgenutzte Grünanlage in Brand sei. Im Sommer werde sie gerade zu einem Treff, und da sei Schatten sehr willkommen.

Das Gremium beschloss die von der Verwaltung neu errechneten Äquivalenzziffern. Sie ging von einem Reihengrab mit Tieferlegung aus und wählte dafür den Faktor 1,0, für ein zweistelliges Grab 2,0 und für ein dreistelliges 3,0. Entsprechend beläuft sich der Faktor für die Gemeinschaftsurnenanlage auf 0,6 und für das Urnengrab auf 0,8.

Bei der weiteren Berechnung wurde die Zahl der möglichen Urnenbeisetzungen hinzugerechnet und es wurde neue gewichtet, weil manche Urnen auch in bestehenden Gräbern beigesetzt werden. Ein Sarg entspricht zwei Urnen, zwei Särge vier Urnen und entsprechend weiter. Als neue Äquvalenzziffern wurden dann folgende beschlossen: Urnengemeinschaftsanlage 0,6, Urnengrab 1,6, Reihengrab 1,7, zweistelliges Grab 3,4 und dreistelliges Grab 5,1. Was das für die neuen Gebühren bedeutet, entscheidet der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen, wenn dann über die Anpassung ab dem Jahr 2018 beraten und beschlossen werden muss.
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