11.02.2018 - 20:00 Uhr
Brand

Großes Interesse am Städtebauprojekt mit "Goberhaus" und Schlachthaus in Brand Mal "etwas Verrücktes" machen

"Wieder mehr Leben in Brand", wünschen sich Feriengäste aus Berlin bei ihrer Ehrung für 20 Aufenthalte. Der zweite Bauschautag in Brand beim "Goberhaus" und im alten Schlachthaus versprüht diesbezüglich gute Aussichten und lässt auf eine weitere gute Entwicklung hoffen.

So viele Interessenten hat der Sitzungssaal schon lange nicht mehr gesehen. Bürgermeister, Regierungsvertreterin und Architekten zeigten sich von dem Interesse der Bürger überwältigt.
von Bertram NoldProfil

Das Aufgebot war groß: Aus Regensburg war Regierungsbaudirektorin Regina Harrer angereist, Architekt und Planer Peter Haimerl aus München war mit den Projektleiterinnen Anna Firak und Judith Kinzl vom Architektenkollektiv Juan aus Linz gekommen. Die Anreise aus Berlin hatte Architekt Philipp Baumhauer auf sich genommen. Sie alle zeigten sich überwältigt von dem guten Besuch der Bürger, die im Sitzungssaal keinen Quadratmeter Platz mehr freiließen. Haimerl hatte nach eigener Aussage noch nie ein Bauschauhaus mit so vielen Teilnehmern gehabt. Da fiel es Bürgermeister Ludwig König leicht, die Freude darüber zum Ausdruck zu bringen, dass das Bewusstsein in der Bevölkerung für eine einmalige Chance durch die Städtebauförderung gestiegen und die Botschaft angekommen sei. Gerne nahm Haimerl die Feststellung von Christian Drehobel, Architekt und Mitbesitzer des "Goberhauses", auf, dass der Abriss des 1799 erbauten Gebäudes respektlos gewesen wäre. "Man vernichtet Geschichte", ergänzte Haimerl, und "ein altes Haus steht einem neuen in nichts nach."

Nach der Besichtigung des "Goberhauses" war der Münchener Architekt im Schlachthaus in seinem Element, sprach von "Klein-Berlin" und der Gestaltung des Anwesens, so dass das Leben dort wieder aufblühe, "dem Trend entgegen". Nicht nur die Stadt, auch das Land habe etwas zu bieten, das Schlachthaus werde nach innen und außen wirken. Der große Raum eigne sich für Ausstellungen und Konferenzen oder auch für ein temporäres Büro. Hier könnten Leute vorbeikommen und sich beraten lassen. Hier gebe es Beratung in kleinen Dingen, seien es Zäune oder Mauern.

Dann ging es um den "schiefen Kubus" von Brand, den Haimerl so bezeichnete, weil das Haus nicht mehr in der Waage steht. Der Dorfweiher war an der Stelle, damit ist der Untergrund weich. Das Haus wird auf Betonpfähle gestellt, auf denen eine Betonplatte ruht, die es ermöglicht, dem Haus wieder in die Senkrechte zu verhelfen. "Schwebendes Schlachthaus" hatte es Haimerl bisher genannt. Daraus könnte dann einmal das "schwebende Gasthaus" von Brand werden, wenn es so genutzt wird. Schon die Bauphase werde viele Menschen anziehen und auch das Interesse der Medien wecken, hatte er bei einem vorausgehenden Termin geäußert.

Es gebe keinen besseren Zeitpunkt, ergänzte Landtagsabgeordneter Tobias Reiß. Bis zu 90 Prozent Förderung dieser "Leerstandsoffensive" seien eine ungeheure Chance, die es zu nutzen gelte. Die Gelegenheit bestehe genau jetzt, da dürfe man auch einmal "etwas Verrücktes" machen.

Schließlich zeigte sich die Vertreterin der Regierung äußerst beeindruckt von dem großen Interesse der Brander und lobte die Initiative von Christian Drehobel. In seinem Haus sei es für alle in Brand möglich zu verfolgen, was hier geschieht. Durch das Städtebauprojekt soll die Lebensqualität in Brand verbessert werden. Nach der zeitlichen Abfolge befragt, erklärten Harrer und Haimerl, dass der Plan im April eingereicht werden könnte. Die Genehmigung würde etwa im Mai erfolgen, August/September könnte es losgehen. HintergrundBei der Diskussion im Rathaus, zu der die Gemeinde Getränke und Häppchen spendierte, ergänzten das Architekten-Team und die Teilnehmer das Gespräch über das bauliche Vorhaben der Gemeinde um eine Debatte über den gesellschaftlichen Wert des Städtebau-Projektes. Kostenlose und unverbindliche Beratungen für private Anwesen werde es geben, beim CSU-Bürgergespräch hatte Rathauschef Ludwig König das zweite Quartal des Jahres als Beginn in Aussicht gestellt. Es gehe nicht nur um Beratung derjenigen, die etwas ändern wollen. Jeder könne und sollte sich beraten lassen, auch wenn aktuell kein Vorhaben in Planung sei. Auf die Ideen der Fachleute dürfe verzichtet werden. Auch später könne man auf deren Vorschläge zurückgreifen.

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