08.02.2018 - 20:00 Uhr
Brand

Städtebauprojekt hat Vorrang - vorerst kein neuer Unimog

Einen neuen Unimog gibt es in der Gemeinde vorerst nicht, auch wenn der Zeitpunkt günstig und ein Austausch vernünftig wäre. Dafür gibt es etwas anderes.

von Bertram NoldProfil

Nach der Eröffnung der Tagesordnung übergab Bürgermeister Ludwig König (CSU) Gemeinderat und Gemeindearbeiter Bernhard Schindler das Wort, der in eindrucksvollen Zahlen und Fakten den Zustand des alten Unimogs erläuterte.

Akribisch hatte er die Häufigkeit der Kupplungsvorgänge ermittelt, die nun einmal das Gefährt erheblich belasten. Eine neue Kupplung für 3000 Euro ist im Frühjahr fällig. Die Fahrzeuge des Straßenbauamts seien wesentlich älter, meinte Wolfgang Doleschal, doch der Vergleich mit diesen Räumdiensten taugte nicht. Während die einen eben einmal fünf Kilometer zügig durchfahren können, müsse im Fahrzeug der Gemeinde innernorts schon 30 mal das Kupplungspedal getreten werden, erklärte Bernhard Schindler.

160 000 Euro waren in der Vorlage für einen neuen Unimog angegeben. Der alte mit 5500 Stunden würde eventuell noch rund 54 000 Euro bringen. Bei 130 000 Euro Neupreis - vor zwölf Jahren hatte Schindler einen Wertverlust von rund 6000 Euro pro Jahr berechnet - fährt man den alten Unimog weiter, so dass der Wert in sechs bis acht Jahren aufgebraucht ist. Die Einsatzsicherheit würde sich mit einem neuen Modell verbessern, da wahrscheinlich keine Reparaturen anfallen. Alles einleuchtend für die Gemeinderäte, deshalb nur zögerliche Wortbeiträge.

Doch da ist ja noch das Städtebauprojekt. Dafür, so Wolfgang Doleschal (CSU), sollte man alles Geld, das da ist, nutzen. Es gebe noch viele offene Baustellen wie Bad, "Stein-König", "Goldener Hirsch". Auch die Sache mit den Straßenausbaubeiträgen sei noch nicht ausgegoren, die Sonnenstraße sei noch nicht abgeschlossen. Niemand wisse, wie sich alles entwickelt.

Man sollte dann reagieren können und nicht auf verzichten müssen, weil 110 000 Euro fehlen, die für einen neuen Unimog im Haushalt stehen. Vom Grundsatz her sei er keinesfalls dagegen und schon immer sei es Grundsatz gewesen, die Gemeindearbeiter mit gutem Gerät auszustatten. Er empfahl zusammenfassend, noch zwei bis drei Jahre zu warten, das sei überschaubar und der Verkauf dann vielleicht auch noch wirtschaftlich.

Tobias Reiß (CSU) pflichtete dem Sprecher bei: "Keinesfalls das Städtebauprojekt verhindern." Kein Beschluss, keine Mittel für einen neuen Unimog in den neuen Haushalt.

Die Debatte zeigte, dass das Thema "Goldener Hirsch" offenbar noch nicht gestorben ist. Es tut sich scheinbar etwas, und noch eine Tatsache wurde am Rande deutlich. Nämlich die Tatsache, dass das Bewusstsein für die Chancen des Städtebauprojekts wächst und die Haus- und Grundstückbesitzer verstärkt nach den Möglichkeiten und dem Beginn der Beratungen für private Anwesen fragen.

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