05.04.2018 - 16:28 Uhr
BrandOberpfalz

Volksmusikgruppe Brand aufgelöst Musikleben in Brand ein Stück ärmer

Der Gottesdienst in der Kapelle in Fuhrmannsreuth hat etwas Emotionales, Beeindruckendes und Bedrückendes. Denn mit dem Verklingen des letzten Tones hört die "Volksmusikgruppe Brand" nach weit über vierzig Jahren auf, zu existieren.

Einen letzten Gottesdienst für ihren verstorbenen Musikerkollegen Helmut Bayer gestalten (von links) Herbert Lehnert, Bernhard Roth und Armin Philbert in der Kapelle in Fuhrmannsreuth. Damit existiert die Volksmusikgruppe Brand nicht mehr. Bild: ld
von Bertram NoldProfil

Für ihren verstorbenen Zither-Spieler Helmut Bayer haben Herbert Lehnert, Bernhard Roth und Armin Philbert einen letzten Gottesdienst gestaltet - und das ohne Zither-Begleitung. Allein die Gitarre von Armin Philbert sorgte für eine instrumentale Basis.

Das schlichte "Danke" auf dem Titelblatt der Januarausgabe der Dorfzeitung konnte nur die Wertschätzung zum Ausdruck bringen für die zahllosen Auftritte, die die vier Musiker in den vergangenen Jahrzehnten gestalteten, bei denen sie für gute und lockere Stimmung und auch für meditative Ruhe sorgten. Allzu oft machten ihre musikalischen Beiträge Veranstaltungen zu richtigen Feiern, eben auch die Neujahrsempfänge. Dem diesjährigen am 1. Januar fehlte diese musikalische Umrahmung zum ersten Mal und das Bedauern der Verantwortlichen wie auch der Besucher war groß. Helmut Bayer war in der Adventszeit gestorben. Was wirklich dahintersteckt, ist wesentlich mehr als es dieser tiefe Dank der Gemeinde auf der Dorfzeitung auszudrücken vermochte: Brand ist wieder ein Stück ärmer geworden.

Nach der Auflösung der Blaskapelle nach dem "Neujahr-Anspielen" am 30. Dezember 2000 ist wieder ein guter und beliebter Teil des Brander Musiklebens Geschichte. Die Chronik der Gemeinde beschreibt die Entwicklung der Volksmusikgruppe genau: "Im Jahr 1971 bildete sich eine Instrumentalgruppe, bestehend aus Herbert Lehnert (Zither), Helmut Bayer (Zither), Hans Pöllmann (Akkordeon), Egid Lindner (Gitarre), Franz Preis (Violine) und Lothar Mayer (Violine). Aufgetreten ist diese Kapelle unter anderem bei Weinabenden und ähnlichen Zusammenkünften. In späteren Jahren - um 1975 - schieden Egid Lindner, Franz Preis und Lothar Mayer aus. Hinzu kam Josef Kuhbandner aus Ebnath (Gitarre). Nach dessen Ableben (Februar 1980) trat Armin Philbert aus der Gemeinde Nagel an dessen Stelle. Im Jahre 1973 wurde die Volksmusikgruppe, wie sie sich heute nennt, dem Männergesangverein 'Max Reger' angegliedert." Nachdem auch Hans Pöllmann seine Mitwirkung aufgegeben hatte, bestand die Volksmusikgruppe bis 2017 aus den Zitherspielern Herbert Lehnert und Helmut Bayer. Lehnert überließ seinem Zither-Kollegen oft die Begleitung, um sich dem mehrstimmigen Gesang zu widmen. Bernhard Roth übernahm mit Gitarrist Armin Philbert einen Gesangspart.

Die Vielfalt des Repertoires - einige Stücke stammen aus der Feder von Armin Philbert - machte das Mitwirken bei verschiedenen Anlässen möglich. Adventsingen gehörten ebenso dazu wie die Feierlichkeiten des Kapellenbauvereins.

Der letzte Gottesdienst der Volksmusiker für den verstorbenen Musiker Helmut Bayer war ein Leckerbissen für Volksmusikfreunde - wegen der Umstände aber ebenso stark von Schwermut begleitet. Herzlich dankte Pater Joy für die vielen Gottesdienste, die die Musiker umrahmt haben und wünschte sich, dass es doch ein Weiterleben der Gruppe geben möge. Die Äußerungen der Musiker ließen jedoch alle Hoffnungen schwinden.

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