07.05.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Bauausschuss des Marktrates lehnt Antrag auf Fällung ab Alte Eiche darf stehen bleiben

(sir) Diskutieren lässt sich nicht nur über das Für und Wider einer Entscheidung, sondern auch über die Formulierung. Sogar eine Ablehnung lässt sich in ein positives Päckchen schnüren, wie jüngst in der Sitzung des Bauausschusses des Marktgemeinderates.

von Ingrid SchiederProfil

Der Bauantrag für den Lebensmittelmarkt samt Werbeanlagen in der Nittenauer Straße, gestellt von der "Ratisbona Holding", wurde bei einer Gegenstimme gebilligt. Die Werbepylone für den Markt wird 4,72 Meter hoch und mit LEDs beleuchtet. Die Parkplätze werden auf 75 reduziert.

Rechtssicherheit nötig

Für reichlich Diskussionsstoff sorgte der Antrag auf Vorbescheid für die Errichtung von zwei Wohnhäusern mit Garagen in der Gemarkung Vorderthürn. Aufgrund verwandtschaftlicher Beziehungen war Lorenz Bräu nicht stimmberechtigt. Robert Feuerer meinte, dass hier bereits eine Bebauung vorhanden sei. Der Bauwerber habe sich auch bereits mit dem Landratsamt abgestimmt. Er selber würde diesem Antrag auch zustimmen. Gregor Wettinger sagte, er sehe hier auch kein Problem. Anton Hartl dagegen betonte, dass die Freien Wähler eine andere Sicht hätten. Es handle sich um eine landwirtschaftliche Fläche. "Wenn wir zustimmen, machen wir ein Fass auf zur Wohnbebauung." Feuerer warf Hartl Polemik vor, denn jeder Einzelfall werde gesondert behandelt. Die damalige Bebauung sei richtig gewesen. Manfred Pfauntsch sagte, ein Umdenken sei nötig, was den Flächenverbrauch angehe, gerade, wenn man Leerstände besetzen möchte.

Bürgermeister Frankl betonte, die Aufstellung eines Bebauungsplans oder einer Ortsabrundungssatzung gebe dem Bauherrn Rechtssicherheit und die Marktgemeinde könne Einfluss nehmen. Nach eingehender Diskussion formulierte das Gemeindeoberhaupt den Beschluss: Dem Antrag wird in dieser Weise nicht zugestimmt. Im Zuge einer Ortsabrundungssatzung oder eines Bebauungsplans soll dem Antragsteller die Möglichkeit gegeben werden, sein Grundstück für Bauzwecke zu nutzen. Die Kosten für die entsprechende Aufstellung hat der Antragsteller zu tragen. Daraufhin entspann sich eine Diskussion, wie man diesen Antrag positiv umformulieren könne. Hans Schuhbauer vom gemeindlichen Bauamt erklärte, dass es nur eine Zustimmung oder eine Ablehnung geben könne. Robert Feuerer wollte den Beschluss umformuliert wissen. "Wir stimmen zu, die Gemeinde fordert die Aufstellung eines Bebauungsplans oder einer Ortsabrundungssatzung. Die Kosten dafür trägt der Antragsteller." Mit drei Gegenstimmen folgte das Gremium der Ablehnung des Antrags.

Fällung abgelehnt

Mehrere Anwohner haben die Fällung einer alten Eiche beantragt. Der Grund: Abfallendes Laub und Eicheln. Bürgermeister Hans Frankl sagte dazu, dass er seit 46 Jahren in der Gemeinde tätig sei und es nun Trend werde, dass Bäume umgesägt oder zurückgeschnitten werden sollen. "Wo fange ich an und wo höre ich auf? Jeder wolle umweltfreundlich sein, "keiner möchte mehr die Blätter zusammenrechen". Nach einiger Diskussion kam man einstimmig zum Ergebnis, die Fällung der Eiche abzulehnen. Auch beim nächsten Tagesordnungspunkt ging es um den Antrag auf Fällung oder Rückschnitt einer Linde in Sollbach. Mehrheitlich lehnte das Gremium den Antrag ab.

Ein Nebengebäude in der Bürgermeister-Drexler-Straße in der Gemarkung Schöngras wurde dagegen gebilligt. Der Antrag für ein Brennholzlager wurde befürwortet, auch ein Antrag für ein Einfamilienwohnhaus mit Doppelgarage in der Gemarkung Bruck. Nichts einzuwenden gab es beim Antrag auf Errichtung einer neuen Gerätehalle.

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