Bürgermeister aus Bruck und Bodenwöhr beharren auf ihren Standpunkten - Regierung prüft ...
Schulverband: Zukunft ungewiss

Betretene Gesichter nach dem Abgang der Bodenwöhrer (von links): Kämmerer Daniel Schreiner, Geschäftsleiter Ludwig Birner, Bürgermeister Hans Frankl, Verbandsrätin Heike Faltermeier und Rektorin Maria Greiter. Bild: sir

Bodenwöhr/Bruck. Keine guten Voraussetzungen für ein Miteinander im Schulverband Bruck-Bodenwöhr: Die eine Gemeinde will raus, die andere unbedingt den Zusammenschluss halten. Nach einem Eklat (wir berichteten) beharren die Bürgermeister der Gemeinden umso mehr auf ihren Standpunkten.

Kritik von beiden Seiten

Richard Stabl, Bürgermeister in Bodenwöhr, hat eine klare Vorstellung: "Wir wollen nach Neunburg. Punkt." Deshalb verfolgt er das Ziel, aus dem Schulverband, der im August 2008 ins Leben gerufen worden ist, auszutreten. Schon längere Zeit forciert die Gemeinde eine Umsprengelung. Bodenwöhrs Bürgermeister begründet das vor allem damit, dass viele Eltern ihre Kinder in die Neunburger statt Brucker Schule schicken. Das sei eine "Abstimmung mit den Füßen". Diesen politischen Willen müssten auch die Brucker anerkennen. Brucks Bürgermeister Hans Frankl verteidigt hingegen seinen Schulstandort. "Ich kann nicht beurteilen, was in Neunburg alles geboten ist. Die Qualität unserer Schule ist aber auch nicht schlecht." Er wolle auch weiterhin alles tun, um den Schulverband beizubehalten - "zum Wohle der Kinder". Die sollen keine zu weite Strecken auf sich nehmen müssen.

Die konträren Interessen gipfelten am Montag darin, dass Stabl die Sitzung des Schulverbandes mit dem Geschäftsleiter Otto Eichinger verließ. Stabl hatte eine Vertagung beantragt, was Frankl und das dritte Gremiumsmitglied, die Brucker Markträtin Heike Faltermeier, ablehnten. Stabl sagte im Gespräch mit Oberpfalz-Medien: "Ich habe meine Konsequenzen gezogen."

Er übte etliche Kritik. Eine Transparenz sei seit acht Jahren nicht gegeben: "Ich kenne immer noch nicht die Kosten, die jährlich reell auf uns zukommen." Dieses finanztechnische Gebaren gehe nicht. Aktuell zahle die Gemeinde eine Pauschale in Höhe von 60 000 Euro im Jahr. Stabl hätte sich gewünscht, dass sich die Kommunen vor der Verbandssitzung zusammengesetzt hätten.

Antrag liegt bei Regierung

Diese Aussage überrascht Frankl. Es habe genügend Gelegenheiten gegeben, in die Abrechnungen Einsicht zu nehmen. Der Brucker Bürgermeister habe Stabl angeboten, dass dieser sich melden könne, falls er noch etwas wissen wolle.

Deshalb kritisiert Frankl wiederum Stabl, der "einfach den Sitzungssaal verlassen hat. Er hätte sich vorher auch rühren können. Ich habe den Eindruck gehabt, dass alles in Ordnung gewesen ist." Auch den Vorwurf von Arroganz und Überheblichkeit wollte Frankl nicht auf sich sitzen lassen: "Das trifft in keinster Weise zu. Das muss ich schärfstens zurückweisen."

Die Fronten sind also verhärtet. Bodenwöhr hat bereits einen Antrag auf Umsprengelung bei der Regierung der Oberpfalz gestellt. Deren Pressesprecher Markus Roth bestätigte den Eingang des Antrags, der nun geprüft werde. Das Staatliche Schulamt Schwandorf wird damit beauftragt, eine Stellungnahme abzugeben, mit der Anfang nächsten Jahres zu rechnen sei. Anschließend falle die Entscheidung, ob ins Verfahren eingestiegen wird. Sollte das der Fall sein, würden alle Beteiligten gehört.

Weitere StreitthemenDie Beratungsfirma "abula" legte ein Gutachten vor, weil es zwischen den Kommunen seit längerem finanzielle Streitigkeiten gibt. Bodenwöhrs Bürgermeister Richard Stabl kritisierte, dass ihm nicht klar sei, was die Firma gemacht habe. Der Auftrag solle untersucht werden. Hans Frankl, Bürgermeister in Bruck, konterte: "'Abula' hat ein neutrales Gutachten abgegeben. Das Ergebnis sollten wir jetzt wieder prüfen."

Das Gremium setzt sich aus drei Mitgliedern zusammen: Den Bürgermeistern Stabl und Frankl sowie der Brucker Markträtin Heike Faltermeier. Die Zusammensetzung ist abhängig von den Schülern aus den Kommunen. Die Brucker Mehrheit im Verband kritisiert Stabl und wünscht sich eine paritätische Besetzung. Konkret nannte Stabl beispielsweise acht Mitglieder inklusive Bürgermeister: Vier aus Bruck und vier aus Bodenwöhr. (doz)
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