28.08.2017 - 16:20 Uhr
Oberpfalz

Diskussionsrunde beim Bergerwirt Grüne forcieren Volksbegehren

Die Grünen hatten zu einem Biergartengespräch eingeladen und gaben Sympathisanten, Kritikern und Interessierten die Möglichkeit zur Diskussion. Die Resonanz ließ allerdings zu wünschen übrig.

Sie stellten sich den Fragen der Diskussionsteilnehmer (von links): Rudolf Sommer, Manfred Pfauntsch, Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer und die Direktkandidatin für den Wahlkreis Schwandorf/Cham, Tina Winklmann. Bild: sir
von Ingrid SchiederProfil

"Lasst uns über alles reden und diskutieren, was Euch bewegt." Unter diesem Leitgedanken stand die Veranstaltung beim Bergerwirt. Unter anderem waren Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer und Bundestags-Kandidatin Tina Winklmann vertreten. "Wir sind voll im Wahlkampf drin und wir holen laut den Umfragen auf", sagte Winklmann. "Wir machen Zukunftspolitik und wollen das auch vermitteln, wir decken alle Themen ab, und wir führen weiterhin einen tollen Wahlkampf", erklärte die Direktkandidatin für den Wahlkreis Schwandorf/Cham.

Walter-Rosenheimer berichtete von ihrer Oberpfalz-Tour. In dieser Region kaum bekannt, stellte sie sich und ihre politische Arbeit vor. Seit 2012 ist sie im Bundestag vertreten, Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung, Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung sowie Mitglied im Beirat für nachhaltige Entwicklung. Der Psychologin liegen vor allem die Themen Familie, Jugend und Senioren am Herzen. Sie übt deshalb zahlreiche Ämter aus, unter anderem engagiert sie sich für unbegleitete junge Flüchtlinge.

Geld in die Hand nehmen

Bei der anschließenden Diskussion stellte ein junger Teilnehmer die Frage, was die Grünen der Landbevölkerung zu bieten haben? Winklmann antwortete, dass der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und die Mobilitätsförderung wichtige Themen seien. Das Thema öffentlichen Nahverkehr und Verkehrskonzepte führte schließlich zu einer Diskussion. Vor allem am Wochenende sei man total abgehängt, sagte Kreisrätin Marion Juniec-Möller. "Man muss dabei auch akzeptieren, dass es etwas kostet." Der öffentliche Nahverkehr sei eine Grundversorgung wie das Internet, das man zur Verfügung stellt. Hier müsse man Steuergelder in die Hand nehmen, um den ländlichen Raum zu unterstützen. Die neue Generation arbeite eher mit Apps, Mitfahrzentralen, Bürgerbus, Ruf-Taxis oder Car-Sharing.

"Es dauert alles"

Beklagt wurde auch der Tarifdschungel bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. Busse seien nicht barrierefrei ausgerichtet für Rollstühle oder Kinderwägen, kritisierte Juniec-Möller. Angefragt wurde auch wegen des Flächenfraßes. Tina Winklmann sagte dazu, dass die Grünen ein Volksbegehren auf den Weg bringen wollen. Die Politikerin verurteilte bei der Veranstaltung unter anderem die Nitratbelastungen, gerade auf dem Land. Walter-Rosenheimer ergänzte, dass der demografische Wandel eine Herausforderung sei - unter anderem wegen der medizinische Versorgung. Die Leute auf dem Land würden immer älter, die Jungen gingen weg. Kreis- und Marktrat Rudolf Sommer sagte, dass die Ortskernsanierung extrem wichtig sei. Es brauche deshalb Förderprogramme und Menschen, die anpacken. Ein entsprechender Antrag im Marktrat sei drei Jahre alt gewesen, bis er endlich auf den Tisch gekommen und letztlich abgelehnt worden sei. "Es dauert alles", kritisierte Sommer.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.