03.01.2018 - 15:48 Uhr
Oberpfalz

Manfred Pfauntsch verlässt Sitzungssaal Eklat in der Marktratsitzung

In Bruck geht es zwischen den Grünen und Hans Frankl in fast jeder Sitzung hoch her. Nun der Eklat. Manfred Pfauntsch verlässt nach einem Wortwechsel mit dem Bürgermeister den Sitzungssaal.

von Ingrid SchiederProfil

Doch der Reihe nach: Zunächst verlief die Sitzung in geordneten Bahnen. Das Gremium beschäftigte sich mit einem Antrag der CSU, die die Sanierung oder den Neubau des Trinkwasser-Hochbehälters in Vorderrandsberg behandelt wissen wollte. Die Räte beschlossen einstimmig, dass ein geeignetes Ingenieurbüro die Planung erstellen soll. Die Maßnahme soll dann 2019 umgesetzt werden. Etwas schwieriger gestaltete sich ein weiterer CSU-Antrag. Dabei ging es um die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Mappach-Kreisstraße SAD 14. Hier kam man schließlich überein, mit dem staatlichen Bauamt Rücksprache zu halten, um Auskunft über die finanzielle Förderung zu erhalten.

Für Glyphosat-Verbot

Anschließend sprach sich das Gremium einstimmig für das Verbot des Einsatzes von Glyphosat und Pflanzenschutzmitteln mit neonicotinoiden Wirkstoffen auf allen verpachteten und gemeindeeigenen Flächen aus. Einmal mehr diskutierten die Räte über den Artikels 13 b des Baugesetzbuches, der die Ausweisung von Baugebieten betrifft. Der Paragraf war schon öfter Gegenstand hitziger Rededuelle im Marktrat. Alois Giptner (CUS) stellte schließlich den Antrag, die Debatte zu beenden. Bis auf Rudi Sommer, Manfred Pfauntsch (beide von den Grünen) und Gerd Habermeier (SPD) stimmten alle zu.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt betraf die kommunale Strombeschaffung in Bayern für die Jahre 2020 bis 2022 und die damit verbundene Teilnahme an der Bündelausschreibung der Kubus GmbH in Schwerin. Wegen der bisherigen Erfahrungen sei bei der Beschaffung von Ökostrom im Vergleich zur Beschaffung von Normalstrom in der Regel mit Mehrkosten zu rechnen, wobei sich der Preis für Ökostrom ohne Neuanlagenquote dem Preis von Normalstrom annähere. Mit einem Stimmverhältnis von 9 zu 6 (SPD, Grüne und Heike Faltermeier) wurde der Strombezug ohne Neuanlagenquote beschlossen.

Frankl erklärte zum Ende der Sitzung, dass er noch auf zwei Sachen eingehen wolle. Der Bürgermeister bezeichnete eine Mitteilung der Regierung der Oberpfalz als erfreulich. Darin heißt es, dass der bisherige Sprengel des Schulverbundes "Sulzbachtal" und der Einzugsbereich der Mittelschule Bruck beibehalten bleibe. "Und nun die schlechte Nachricht: Nachdem der Haupt- und Bauausschuss des Marktes mehrheitlich die Erweiterung des Betriebsgeländes der Firma Welco in der Grubmühlstraße abgelehnt hat und aus den Reihen der Nachbarn, die an das Baugrundstück angrenzen, erheblicher Widerstand vorgebracht wurde, hat die Firma in der Nachbargemeine Wackersdorf entsprechende Gewerbeflächen erworben und wird dorthin die Firma verlegen."

80 Arbeitsplätze weniger

Frankl äußerte sein Bedauern darüber, zumal dadurch nicht unerhebliche Gewerbesteuerausfälle für den Markt Bruck entstehen werden. Gravierend sei auch, dass an die 80 Arbeitsplätze für Bruck verloren gehen. Pfauntsch versuchte, Frankl zu unterbrechen, was ihm aber nicht gelang. Erbost verließ der Grünen-Marktrat daraufhin den Sitzungssaal.

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