Marktrat Bruck tagt
Wachstum und mehr Zuschüsse

Das neue Kinderhaus soll gebaut werden. Darüber sind sich die Markträte einig. Auch für eine Variante entschied sich das Gremium bereits (wir berichteten). Allerdings gibt es nun unterschiedliche Ansichten über den forcierten Standort nördlich des bestehenden Kinderhauses Theresia.

Die beiden Markträte der Grünen sowie zwei SPD-Markträte stimmten gegen einen Beschlussvorschlag, der in der Dienstagssitzung behandelt worden ist. Grund war eine baufachliche Stellungnahme der Regierung der Oberpfalz, in der es heißt: "Das Baugrundstück ist für eine Kindertageseinrichtung nur bedingt geeignet. Erstens bindet es direkt an die Staatsstraße an und muss mit entsprechend teueren Maßnahmen gegen Lärm geschützt werden. Zweitens läuft quer über das Grundstück eine Gasleitung mit circa 10 Meter breiter und nicht überbaubarer Fläche."

Die Verwaltung bekam vom Gremium den Auftrag, mit der Ferngas Nordbayern GmbH zu verhandeln. Es soll darauf gedrängt werden, dass die Ferngasleitung soweit wie möglich nach Westen verlegt wird, damit die Grundstücksfläche baulich besser genutzt und das neue Kinderhaus weiter entfernt von der Staatsstraße 2150 errichtet werden könnte. In der Stellungnahme steht außerdem: "Die Option einer Erweiterung ist nicht gegeben. Das Kinderhaus ist derzeit mit zwei Kindergruppen und einer Kindergartengruppe geplant."

Förderantrag erst 2017

Thema war außerdem ein Gespräch mit der Regierung der Oberpfalz Anfang Dezember. Dabei erhielt die Marktgemeinde die Info, dass in nächster Zeit ein viertes Sonderförderprogramm des Bundes aufgelegt wird - 178 Millionen Euro sollen auf den Freistaat Bayern entfallen. Das Programm betrifft die Förderung von neuen Betreuungsplätzen für Kinder von 0 bis 6 Jahren. Die genauen Eckpunkte werden voraussichtlich erst im Januar veröffentlicht. So interessant ist das Förderprogramm deshalb, weil Bruck dadurch mit mehr Zuschüssen rechnen kann.

Deshalb beauftragte der Marktrat die Verwaltung, einen Zuwendungsantrag erst im neuen Jahr bei der Regierung der Oberpfalz einzureichen. Sobald genaueres über Förderantrag und den Verhandlungen mit der Ferngas Nordbayern GmbH bekannt sind, wird das Thema abermals im Marktrat behandelt.

Auch beim Thema Wasserversorgung möchte der Marktrat noch weitere Details abklären. In Hinterrandsberg werden seit Jahrzehnten fünf Anwesen von Bruck und fünf Anwesen von Bodenwöhr mit Wasser versorgt. Bodenwöhr plant aktuell eine Erneuerung der Leitungen. Bruck fasst das auch ins Auge. Damit könnten Synergieeffekte genutzt werden. Es existiert allerdings in keiner der beiden Gemeinden eine Zweckvereinbarung, welche die Wasserversorgung in diesem Ort regelt. Eine solche soll nun ausgearbeitet werden, da Bruck überlegt, alle Hinterrandsberger an ihre Wasserversorgung anzuschließen. Dafür müssen aber die Konditionen mit der Nachbargemeinde vereinbart werden.

Die SPD hatte den Antrag gestellt, einen barrierefreien Hauptzugang zum "Gasthaus zur Post - Weißes Rössl" umzusetzen. Bisher wurde eine Fenstertüre als barrierefreier Notzugang genutzt. Keine Dauerlösung, weil immer wieder Tische und Stühle verrückt werden mussten. Wegen der hohen Kosten für einen solchen Zugang - Ludwig Birner, Geschäftsleiter der Marktgemeinde, spricht von 50 000 bis 100 000 Euro - einigten sich die Räte aber auf eine andere Lösung. Auf der Westseite befindet sich eine weitere Fenstertüre, die als barrierefreier Zugang genutzt werden kann. Dafür muss der Granitstein angepasst werden. Zudem soll im Haupteingang ein Handlauf angebracht werden. Die Kosten liegen laut Birner wohl im vierstelligen Bereich. Die Maßnahme soll 2017 umgesetzt werden.

Forst wird eingegliedert

Bürgermeister Hans Frankl informierte außerdem, dass der Markt wächst - im wahrsten Sinne des Wortes. Die Regierung der Oberpfalz teilte mit, dass der östliche Neubäuer Forst aufgelöst wird. Er wird zum 1. Januar in die angrenzenden Gemeinden Bruck, Roding, Walderbach und Neukirchen-Balbini eingegliedert. Bruck vergrößert sich dadurch um rund acht Quadratkilometer.

Aus dem Haupt- und BauausschussDas Gremium lehnte einen Antrag der Gummi- und Kunststoffwerk G. Schönek GmbH ab, die das Dachgeschoss eines Asylbewerberwohnheimes in der Grubhofstraße ausbauen wollte. Zwei zusätzliche Wohnungen sollten dadurch entstehen. In der Beschlussvorlage heißt es, dass der Status als Asylbewerberwohnheim nicht nachvollziehbar sei, da sowohl im Anwesen Grubhofstraße 12, als auch 14 keine Asylbewerber mehr gemeldet seien, "da, soweit uns bekannt, die enstsprechenden Mietverträge vom Landratsamt Schwandorf gekündigt worden sind."

Die einstimmige Ablehnung begründete das Gremium außerdem damit, "weil sich das Vorhaben nicht in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt, die Abstandsflächen an der Ostseite nicht eingehalten werden und die Nachbarn den Bauantrag nicht unterschrieben haben. (doz)
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