19.02.2018 - 20:00 Uhr

Nach-Aschermittwoch der SPD in Bruck Mit "ehrlicher Politik" zum Erfolg

"Momentan ist es nicht leicht mit der SPD", daraus machen die Genossen aus Bruck, Nittenau und Bodenwöhr keinen Hehl bei ihrem "Nach-Aschermittwoch" am Freitagabend im Meisl-Saal. Bei allem Ärger wollen die Sozialdemokraten aber ihren Landtagskandidaten Peter Wein nach Kräften unterstützen.

Landtagskandidat Peter Wein gab sich beim "Nach-Aschermittwoch" der SPD kämpferisch. Bild: sir
von Ingrid SchiederProfil

(mos) Gerd Habermeier hielt die Eröffnungsrede der gastgebenden Brucker SPD anstelle des erkrankten Ortsvorsitzenden Gregor Wettinger und nahm kein Blatt vor den Mund. Auf der Straße werde man schon hämisch angesprochen, ging der Sprecher auf die Situation der Sozialdemokraten ein. Habermeier musste zugeben, dass er momentan selbst in Erklärungsnot gerate. Er persönlich müsse auch den Kopf schütteln angesichts des Durcheinanders an der Spitze der Partei. Auf Ortsebene wolle man Peter Wein unterstützen, der für den Landtag kandidiert und "seine Fähigkeiten unter die Leute bringen".

Peter Wein gab sich kämpferisch. Auch angesichts einer "lärmenden CSU" wolle man sich nicht unterkriegen lassen. Er bezeichnete sich als "junger Hupfer", dessen Potenzial nach oben offen sei. Die Politik müsse jünger und weiblicher werden. Dafür wolle er sich mit jungem Elan einsetzen. Der 29-jährige Student der Politikwissenschaften verdient sich durch Deutschunterricht für Flüchtlinge sein Studium. Grundsätzlich gelte es, junge Menschen für die Politik zu gewinnen und zu begeistern.

"Man muss jungen Leuten eine reelle Chance geben. Wir, die SPD, machen das", betonte Wein. Hart ins Gericht ging er mit der CSU. Den designierten Ministerpräsidenten, Markus Söder, bezeichnete er als "Häuptling gespaltene Zunge". 33 000 Wohnungen habe dieser verscherbelt. Und der gleiche Söder verspreche nun, neue Wohnungen zu bauen. Die CSU mache alles andere als glaubhafte Politik. "Die Menschen wollen eine ehrliche Politik", so Wein.

Die Bevölkerung erwarte, dass die Politik endlich ihre Hausaufgaben mache und eine stabile Regierung bilde. Die müsse dann natürlich auch etwas zustande bringen. "Wir haben gesagt, wir gehen in Opposition", blickte der Sprecher zurück. Doch habe sich die Lage zugespitzt, weil Merkel mit Jamaica an der FDP gescheitert sei.

"70 Prozent unseres Wahlprogramms" seien umgesetzt, betonte Wein. Jetzt biete sich die Chance und die SPD müsse keine Angst haben, in die Regierung zu gehen. "16 Prozent derzeit. Neuwahlen wären da ein Desaster", ist sich der Sprecher sicher. "Wenn Menschen Vertrauen haben sollen, heißt das, dass wir Verantwortung übernehmen müssen." Er selber wolle dies tun, so Wein, Als Beispiel nannte er die Bildungs- und Schulpolitik. Es würden dringend mehr Grundschullehrer und mehr flächendeckende Schulsozialarbeiter gebraucht, dazu Ganztagsangebote. Von der Vorschule bis zum Studium müsse es auch in Bayern einen Aufbruch wie auf Bundesebene geben. Hier würden elf Milliarden zur Verfügung gestellt.

Zur Situation bei Polizei und Justiz mahnte Wein, sich von der CSU nicht erzählen zu lassen, dass sie alles im Griff habe. Es fehlten überall Polizeibeamte. 15 000 neue Stellen wollen Bund und Länder schaffen, Bayern müsse dabei sein, forderte Wein. Benötigt würden aber auch mehr Staatsanwälte, Richter und Justizbeschäftigte. Über 375 000 Überstunden schieben laut Wein allein die Justizvollzugsbeamten vor sich her. Hier brauche man mehr Personal, das gut bezahlt werden müsse.

Bezahlbarer Wohnraum werde auch im ländlichen Raum zunehmend ein Thema. Wohnen sei kein Luxus, sondern ein Grundrecht. Es müsse dringend in den sozialen Wohnungsbau investiert werden. Barrierefreiheit sei ein gesamtgesellschaftliches Thema. Auch in die Pflege müsse Geld fließen. Die geplanten zusätzlichen 8000 Pflegekräfte seien zumindest ein Anfang, sagte Wein. Mit einem Blick in die Geschichte machte er den Genossen Mut: "Die SPD hat viel Gutes getan, hat für Deutschland und Bayern sehr viel erreicht." Diese Geschichte gelte es fortzusetzen, bei allen aktuellen Schwierigkeiten.

Man muss jungen Leuten eine reelle Chance geben. Wir, die SPD, machen das.Landtagskandidat Peter Wein
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