76-jähriger Pilot bleibt unverletzt [3. Aktualisierung]
Ultraleichtflugzeug abgestürzt

Feuerwehrleute bereiten die Bergung des Wracks vor. Bild: Hösamer
 
Mit der Nase am Boden landete der Ultraleichtflieger vom Typ "Breezer" in einem Waldstück nahe der Biedermannsiedlung. Der 76-jährige Pilot konnte sich selbst befreien und blieb unverletzt. Bild: Hösamer

Großes Glück: Beim Absturz eines Ultraleichtflugzeugs am Samstagnachmittag blieb nicht nur der Pilot unverletzt. Er konnte auch ein Unglück an der nahen Sandoase verhindern. Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot an die Absturzstelle angerückt.

Die musste erst einmal gefunden werden: Die "Breezer" war über einem Wald nahe der Biedermannsiedlung niedergegangen. Die Feuerwehr bildete Suchtrupps, die schließlich auf den unverletzten Piloten und eine Zeugin trafen. Die Maschine lag nur rund 50 Meter abseits eines Waldwegs, war von dort aus im dichten Gehölz aber kaum zu sehen. Mehrere Notrufe waren gegen 15.45 Uhr bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz eingegangen. Badegäste an der nahen "Sandoase" hatten den Absturz mitverfolgt. Auch die Flugkontrolle am Brucker Flugplatz hatte die Schwierigkeiten des Piloten registriert. Zunächst war von einer Maschine mit vierköpfiger Besatzung ausgegangen worden. Das stellte sich aber rasch als falsch heraus.

Plötzlich abgekippt

Wie die ersten Ermittlungen der Polizei ergaben, war der 76-jährige Pilot aus Nürnberg am Flughafen Günching bei Velburg gestartet. Er wollte am Flugplatz Bruck landen. Der erfahrene Pilot musste beim Landeanflug bei einer Geschwindigkeit von rund 110 bis 115 Kilometern pro Stunde registrieren, dass seine Maschine plötzlich nach links wegkippte und nahe der Sandoase mit der Tragfläche beinahe den Boden berührte. Der 76-Jährige, der alleine im Flugzeug saß, bekam sein Ultraleichtflugzeug noch einmal in den Griff, stabilisierte seine "Breezer" und startete durch. Dabei erfasste er aber mit einer Tragfläche die Wipfel einer Baumgruppe. Dadurch stürzte die Maschine ab, wurde anscheinend durch das dichte Geäst noch etwas abgefedert. Mit der Nase am Boden und dem Heckleitwerk in etwa drei Meter Höhe hängend blieb das Flugzeug liegen.

Der Pilot blieb unverletzt und konnte selbst aus dem Flugzeug aussteigen. Den Sachschaden bezifferte der 76-Jährige mit rund 35 000 Euro. Das Flugzeug wurde vom Personal des Flugplatzes geborgen und wird vorerst dort verwahrt. Die polizeiliche Sachbearbeitung wird an einen für Flugunfälle speziell ausgebildeten Beamten der Polizeistation Nittenau übertragen. Am Einsatzort waren neben Polizei, Notarzt und Rettungsdienst auch das THW und die Feuerwehren aus Bruck, Bodenwöhr und Bergham mit rund 80 Einsatzkräften.

Zwei Hubschrauber

Vorsorglich waren auch zwei Rettungshubschrauber alarmiert, die unverrichteter Dinge abziehen konnten. Das Rettungssystem des Flugzeuges - ein Fallschirm für die ganze Maschine - wurde nicht ausgelöst. Das hätte in der geringen Höhe wohl auch nichts gebracht.

Um zum Flugzeug zu gelangen und die Bergung zu ermöglichen, musste die Feuerwehr einige Bäume fällen. Zur Bergung sollte das Flugzeug zerlegt werden. Die Absturzstelle liegt nur einige hundert Meter Luftlinie vom Flugplatz und dem Badeweiher Sandoase entfernt. Der beliebte und am Samstag stark besuchte Badeweiher liegt außerhalb der Einflugschneise des Flugplatzes.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.