Abendführung im Volkskundemuseum
Glaube und Aberglaube

Eine barocke "Memento-Mori"-Tafel zeigt verschiedene Todessymbole. Bild: exb/Volkskundemuseum
Kultur
Burglengenfeld
21.08.2017
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Viele historische Dinge im Museum sind mit religiösen oder abergläubischen Zeichen und Symbolen verziert, deren Sinn sich oft erst erschließt, wenn man den ursprünglichen Gebrauch von Möbeln und Gerätschaften kennt. "Glauben und Aberglauben - Bräuche und Rituale": Das ist deshalb das Thema einer Abendführung im Oberpfälzer Volkskundemuseum am Dienstag, 5. September, um 19 Uhr. Das teilte das Museum mit.

An wichtigen Terminen im Lebens- und Jahreslauf wurden früher Bräuche ausgeübt, die man heute allenfalls von Stadtführungen und Raunacht-Spektakeln kennt. In vorindustrieller Zeit, als es im Herbst und Winter - ohne elektrisches Licht und ohne Straßenbeleuchtung - abends dunkel, kalt und oft auch unheimlich wurde, hatte es allerdings durchaus Sinn, die Menschen vor Gefahren bei Nacht und vor Unwettern zu warnen. Kerzen und gruselige Symbole, aber auch Geistergeschichten waren dafür gerade richtig.

Daneben gab es viele emotional "beseelte" Objekte wie Familienfotos, Erinnerungsstücke an den ersten Schultag, an einen gefallenen Soldaten oder an ein Ehejubiläum, die über Generationen aufbewahrt wurden. Sogar in den Innentüren von alten Schränken finden sich handgeschriebene Gebete und Segenssprüche. Solche Gegenstände gibt es im Burglengenfelder Volkskundemuseum in großer Zahl. Dies ist vor allem auf die Sammlung des Brauchtumsarchivs von Herbert Wolf, Cham, zurückzuführen, die vom Freundeskreis des Oberpfälzer Volkskundemuseums und der Stadt Burglengenfeld seit den 1980er Jahren übernommen und seitdem kontinuierlich ergänzt wurde.

Ob Klosterarbeiten und Wallfahrtsandenken, Hausheilige oder Wetterkerzen, Totenbretter oder Tauf-Andenken - die meisten rituellen Exponate haben einen religiös motivierten Hintergrund und stellten deshalb für die Besitzer einen besonderen Wert dar. Viele der alten Bräuche gibt es in abgewandelter Form auch heute noch. Auch über ganz neue Bräuche wie etwa "Halloween" kann bei dieser Gelegenheit diskutiert werden.

Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl wird Besuchern vor allem die Abteilungen zeigen, die sich speziell mit diesen Themen beschäftigen und die Hintergründe erläutern. Die Führung dauert eine Stunde, der Eintritt kostet pro Person 0,50 Euro.
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