16.03.2018 - 20:00 Uhr
Burglengenfeld

Ausstellung Siegfried Link im Volkskundemuseum Straßenkreuze und Natur

Irgendwann mit Mitte 30 wurde Siegfried Link klar, dass die Kunst mehr Raum einnehmen muss in seinem Leben. Für den hauptberuflichen Bauingenieur mit unerschöpflichem künstlerischem Schaffensdrang war dies dringend an der Zeit.

Siegfried Link kritisiert politische Missstände und findet Ruhe in der Natur. Eine Ausstellung im Oberpfälzer Volkskundemuseum Burglengenfeld stellt den unermüdlichen Künstler aus Ensdorf vor. Bild: Susanne Wolke
von Susanne WolkeProfil

Schließlich kann Siegfried Link kaum einen Kartoffelsack zur Mülltonne tragen, ohne dass daraus ein Kunstwerk entsteht. "Kartoffelrepublik" lautet der Titel der besagten Arbeit. Die schwarz-rote Einfassung des Kartoffelsacks in Kombination mit dem goldbraunen Kunststoff und einer gehörigen Portion Gesellschaftskritik von Seiten Siegfried Links lieferten ihm hier die Inspiration. Das hintergründige Ready-made hängt derzeit in einer Ausstellung des Künstlers im Oberpfälzer Volkskundemuseum in Burglengenfeld.

"art link" lautet dort der Titel der aktuellen Schau. Malerei, Zeichnungen und Objekte sind hier einzig durch ihren gemeinsamen Schöpfer verlinkt. Sie alle stammen von dem in Hohenfels geborenen und mittlerweile in Ensdorf lebenden Siegfried Link. Ansonsten aber umfasst das Universum dieses Künstlers die unterschiedlichsten Arbeiten.

Politisches Werk

Den Beginn macht Link selbst nicht bei den großformatigen, farbintensiven und fast abstrakten Ölgemälden, die im großen Ausstellungssaal des Burglengenfelder Museums hängen. Es sind auch nicht die akkuraten Zeichnungen Oberpfälzer Stadtansichten, mit denen er eigener Aussage zufolge ganze Räume füllen könnte.

Am Anfang steht für Siegfried Link sein politisches Werk. Umweltverschmutzung, ausufernder Straßenbau und aktuelle Themen wie Flüchtlingskrise und Chaos in der Parteienlandschaft: All das bringt der Künstler teils in virtuosen Zeichnungen, teils mit genial einfachen Ideen zum Ausdruck. Da ist nicht nur der Kartoffelsack, der "Bananenrepubliken" und heimatliche Missstände andeutet. Symbolisch sind auch die geschredderten Papierabfälle, eingefärbt in Schwarz-Rot-Gold. Die Arbeit "Rücksichtslos" besteht aus dem verdeckten Innenrückspiegel eines Autos. Die "Kreuzung" führt ein Kreuz aus Straßen zusammen - und dieses ist für Siegfried Link hier kein religiöses Symbol sondern ein Hinrichtungsinstrument. Doch der Künstler ist nicht nur kritisch. "Was mich all diesen Zorn zurückdrängen lässt, ist die Liebe zur Natur." Beim Betreten des großen Ausstellungsraumes in Burglengenfeld wird Link schlagartig sanfter. Hier hängen seine in abstrakte Stimmungen versetzten Eindrücke von Wasser, Wäldern und Jahreszeiten. Die Ölgemälde zeigen Farben, Formen und Lichtreflexe. Assoziationen an den ersten Schnee im Oktober, an Herbstlaub oder an einen winterlichen See.

"Da ist noch mehr"

"Ich arbeite immer gleichzeitig an mehreren völlig unterschiedlichen Themen", erklärt Link seinen unermüdlichen Tagesablauf. Begonnen hat das schon früh. "Seit meiner Kindheit habe ich gezeichnet", erzählt der Künstler. Einige Schlüsselerlebnisse brachten ihn dann mit Mitte 30 zum Entschluss: "Da ist noch mehr." Der Künstler war aus Siegfried Link herausgebrochen. Seitdem ist er unermüdlich tätig. Nachts - seinen Brotberuf als Ingenieur gab der zweifache Familienvater nie auf - aber auch im Alltag. Denn: Die Inspiration lässt Siegfried Link nie los. Und sei es nur beim Heruntertragen eines Kartoffelsacks.

Service

Die Ausstellung "art link. Malerei - Zeichnung - Objekte. Siegfried Link, Ensdorf" läuft bis zum 2. April im Oberpfälzer Volkskundemuseum, Berggasse 3. Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Freitag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung (Telefon 09471 602583 oder museumbul[at]gmx[dot]de). Am Ostermontag, 2. April, hat das Museum geöffnet. Siegfried Link ist dann von 15 bis 17 Uhr anwesend.

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